Aachen: Tag des offenen Denkmals: Einblicke in die Stadtgeschichte

Aachen: Tag des offenen Denkmals: Einblicke in die Stadtgeschichte

„Handwerk, Technik, Industrie“: Wie sehr diese drei Faktoren an der Entwicklung der Stadt beteiligt sind, lässt sich am 13. September auf vielfältige Art und Weise erkunden. In Ausstellungen, auf Rundgängen, bei Handwerksdemonstrationen und auch tanzend eröffnen sich neue Perspektiven auf die Aachener Industriekultur.

3700 Denkmäler zählt Aachen, weiß Monika Krücken, Leiterin der Denkmalpflege der Stadt. Hierzu zählen aber auch zahlreiche Gebäude, die auf verschiedenste Art genutzt werden: Wohnhäuser, die Welsche Mühle, das Feuersteinbergwerk auf dem Lousberg, eine Tuchfabrik und vieles mehr.

Andere Gebäude wurden handwerklich umgestaltet und modernisiert und dienen heute einem neuen Zweck, wie die Scheune in der historischen Stadt, die nach einem Pferde- und Kuhstall heute ein Architekturbüro beherbergt. Auch das Capitol-Kino am Seilgraben wurde unter Berücksichtigung seiner Entstehungszeit aufwändig wieder hergerichtet.

Das Handwerk ermöglicht also neben der Restauration angeschlagener Denkmäler auch deren Aufhübschung für die heutige Zeit. Monika Krücken freut sich daher sehr über den starken Partner beim Tag des offenen Denkmals: „Wir sind froh, dass der Denkmalschutz auf so breiten Schultern getragen wird“. Auch RWTH und FH, Vereine und Bürger, die ihre eigenen Häuser am 13. September für alle öffnen, wirken mit. In der Metallwerkstatt Weber in der Krantzstraße lässt sich Handwerkskunst live erleben. Hier wird Norbert Weber, Restaurator im Schlosser- und Schmiedehandwerk, eine kupferne Grabplastik ihrem Originalzustand wieder näher bringen. „Die Trauernde“ soll von außen konserviert und von schwarzen Stellen befreit werden, bevor sie auf ihre angestammte Grabstätte auf dem Ostfriedhof zurückkehrt.

Bei den Führungen um 11, 14 und 16 Uhr wird Weber die Galvano-Technik erklären, mit Hilfe derer die Kupferfigur Ende des 19. Jahrhunderts geschaffen wurde. Besonders anschaulich wird die Herstellungstechnik durch den Blick in die Figur: die „Trauernde“ trägt zwei große Löcher in Brust und Rücken. Auch diese will der Restaurator gerne reparieren.

An 35 Orten kann der Entwicklung der Stadt durch Handwerk, Technik und Industrie am Sonntag, 13. September, nachgespürt werden. Das gedruckte Programm ist ab der nächsten Woche unter anderem beim Aachen Tourist Service am Friedrich-Wilhelm-Platz erhältlich.

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