Suermondt-Ludwig-Museum lädt zum letzten Happening vor der Dürer-Schau

Vorläufiger Abschied des Suermondt-Ludwig-Museums : Große Party vor dem „Klimawandel“ an der Wilhelmstraße

Bevor das Suermondt-Ludwig-Museum seine Pforten für voraussichtlich ein Jahr schließt, laden die Kunsthüter am kommenden Sonntag einmal mehr zur vorläufigen Abschiedsparty ins Haus an der Wilhelmstraße. Denn in Kürze beginnen die Arbeiten zum Einbau einer neuen Klimaanlage, damit die hochkarätige Dürer-Schau im Herbst kommenden Jahres pünktlich eröffnet werden kann.

Die ersten prominenten Leihgaben sind längst ins sprichwörtliche trockene Tuch gepackt, jetzt laufen sich die Techniker warm fürs Großprojekt namens Klimatisierung. Denn atmosphärische Störungen jeglicher Art sollen selbstredend schon vor dem Beginn der hochkarätigen Ausstellungs-Trias rund um Leben und Werk des begnadeten spätmittelalterlichen Meisters Albrecht Dürer ausgeschlossen sein.

Letzteres muss in den kommenden Monaten folglich weitestgehend auch für die Fans des Suermondt-Ludwig-Museums gelten: Spätestens im Mai gehen die Arbeiten zur Installierung einer neuen Klimaanlage im Kunsthort an der Wilhelmstraße in die heiße Phase, damit die spektakuläre Präsentation pünktlich am 7. Oktober 2020 starten kann.

Doch bevor die Pforten der alten Patriziervilla für voraussichtlich ein rundes Jahr geschlossen werden, um dem berühmten Maler aus Nürnberg 500 Jahre nach dessen Aachen-Visite einen sensationellen Empfang in der Kaiserstadt zu bereiten, werden sie noch einmal sperrangelweit geöffnet. „Wir sehen uns!“, heißt die Losung also im doppelten Wortsinn.

Schließlich hoffen die städtischen Kulturhüter um Museumschef Peter van den Brink nicht nur auf mindestens 100.000 Besucher bei der ambitionierten Dürer-Schau, sondern auch auf ein volles Haus anlässlich der Abschiedsparty mit großem Programm am kommenden Sonntag, 24. Februar.

Wesentlich leichter dürfte dem Museumsteam um Kustos Michael Rief freilich die endgültige Trennung von der schwer in die Jahre gekommenen Klimatechnik fallen, der nach einem guten Vierteljahrhundert immer mal wieder quasi die Luft auszugehen drohte. „Zum Glück hat es bislang keine größeren Pannen gegeben. Aber der Einbau einer modernen Anlage nach international verbindlichen Standards ist längst dringend erforderlich“, sagt van den Brink. „Wir freuen uns sehr, dass es jetzt losgehen kann.“

Rund 2,4 Millionen investiert die Stadt in die umfassende Maßnahme, berichtet Irit Tirtey vom Kulturbetrieb. Bis Anfang März soll die Ausschreibung des ambitionierten Projektes beendet sein, damit der Einbau im Mai durchstarten kann, erklärt Martin Lambertz vom Gebäudemanagement. Die große „Kunstpause“ soll zudem genutzt werden, um die „Lichtregie“ im Foyer zu erneuern. Auch die benachbarte Bar Museo bleibt während der Sanierungsarbeiten geschlossen, kann aber für Abendveranstaltungen weiter gebucht werden, betont Tirtey.

Über mangelnde Arbeit können Michael Rief und seine Kollegin Sarvenaz Ayooghi indes keineswegs klagen. „Wir nutzen die Zeit, um zu inventarisieren, die Präsentationen neu zu konzipieren, das Depot zu organisieren und unsere wissenschaftliche Arbeit intensiv fortzusetzen“, berichtet der Chefkustos.

Und auch ein regelmäßiger „Blick durchs Schlüsselloch“ soll weiter möglich sein, verspricht Ayooghi – von wegen Kunstpause: Die gleichnamigen 15-minütigen Kurzführungen finden nach wie vor jeweils dienstags ab 13 Uhr statt. Etliche Werke aus der städtischen Sammlung werden derweil allerdings auf Wanderschaft in andere Häuser geschickt. Sobald die Techniker ihr Werk – voraussichtlich im Frühjahr 2020 – beendet haben, soll ein großer Teil der Bestände zunächst wieder im Erdgeschoss des Hauses präsentiert werden.

Jetzt aber hoffen van den Brink und Co erst einmal, dass viele, viele Gäste am Sonntag die vorerst letzte Gelegenheit nutzen, noch einmal reichlich „konventionelle“ Museumsluft zu schnuppern. Von 10 bis 20 Uhr lockt ein spannendes Programm mit Führungen, Musik und Mitmach-Aktionen für große und kleine Leute (siehe Info). Der Eintritt ist frei, manches Schnäppchen lässt sich zudem leicht an Land ziehen. „Zur Feier des Tages sind sämtliche Artikel im Museumsshop wesentlich preiswerter zu haben“, verspricht Irit Tirtey.

(mh)
Mehr von Aachener Zeitung