Suermondt-Ludwig-Museum ab 25. Februar ein Jahr lang geschlossen

Kultur in Aachen : Große Sause vor der großen Kunstpause im Suermondt-Ludwig-Museum

Das Suermondt-Ludwig-Museum lädt am Sonntag mit viel Programm, aber ohne Eintrittsgeld zur vorerst letzten Finissage, bevor das Haus zwecks Installation einer Klimaanlage für mindestens ein Jahr schließt. Vom 3. bis 24. Februar sind die Ausstellungen im Kunsthort an der Wilhelmstraße daher zum Nulltarif zu sehen.

Kunst am Bau heißt die Losung beim nächsten umfassenden – und einzigen – Projekt, das ab Ende des kommenden Monats im Suermondt-Ludwig-Museum ansteht. Am Montag, 25. Februar, gehen die Arbeiten in Sachen Klimatisierung in die sprichwörtliche heiße Phase. Mindestens ein Jahr lang wird das Haus an der Wilhelmstraße zwecks Sanierung komplett geschlossen bleiben, um das spektakuläre „Come-
back“ eines ganz Großen der deutschen Kulturgeschichte möglich zu machen. 500 Jahre nach seinem leibhaftigen Gastspiel in der Kaiserstadt laufen die Vorbereitungen für die exklusive Ausstellung rund um Leben und Werk des begnadeten Malers und Grafikers Albrecht Dürer, die am 7. Oktober 2020 eröffnet werden soll, längst auf Hochtouren.

Doch bevor das „SLM“ seine Pforten schließt, serviert das Team um Chefkurator Michael Rief mehr als ein spezielles Gratis-Bonbon. Zur vorläufig letzten Finissage rund um die aktuellen Präsentationen „Chambre Privée“ und „Lebendige Form“ laden die Kunsthüter am kommenden Sonntag, 3. Februar, bei freiem Eintritt. Damit nicht genug. Bis einschließlich 24. Februar bleibt das Museum komplett zum Nulltarif geöffnet.

Die ungewöhnliche Schau „Chambre Privée“ mit kostbaren Werken flämischer Meister aus der Privatsammlung eines anonymen Leihgebers, maßgeblich konzipiert von Kuratorin Sarvenaz Ayooghi, sei mit ihrem speziellen „Format“ nicht nur beim regionalen Publikum auf enorme Resonanz gestoßen, berichtet Rief. Inzwischen sei das Aachener Projekt von der flämischen Generaldirektion in Berlin als kleine, aber feine Adresse gar in die prominente Kunstkampagne „VisitFlanders“ aufgenommen worden. „Damit ist auch Aachen zum Auftakt der flämischen Kulturwoche NRW ab Ende März mit einem eigenen Beitrag vertreten“, erzählt Dr. Jutta Göricke vom Presseamt.

Auf reichlich Zuspruch dürfen die Organisatoren indes bereits am Sonntag setzen. Ab 10.30 Uhr kann man den besonderen „Chambre“-Charme im Kaminzimmer des Museums erleben. Neben Originalwerken berühmter Maler wie Jan Brueghel, Adrian Brouwer oder Paul Bril vermitteln großformatige Fototapeten die spezielle Atmosphäre eines hochkarätig bestückten Sammler-Wohnzimmers, etwa in Gestalt eines imposanten Regals mit einem riesigen Bestand an einschlägiger Literatur. Im Studio des Hauses organisiert Wibke Birth, Kuratorin der zweiten Schau mit Bronzeskulpturen aus der Werkstatt des Aachener Bildhauers Professor Wolfgang Binding, derweil spannende Führungen der etwas anderen Art. Dabei sollen Bindings faszinierende Tierdarstellungen vor allem zum Greifen nah sein, erklärt sie. „Da der Künstler selbst mittlerweile schwer sehbehindert ist, wollen wir seine Werke zunächst mit den Händen erkunden, dazu sind Menschen mit erheblich beeinträchtigtem Augenlicht und Blinde ebenso herzlich eingeladen wie alle anderen.“

(mh)
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