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Südstraßenfestival: Partyvolk trifft sich in der Südstraße

Festival : Regen kann dem Südstraßenfeeling nichts anhaben

Zwölf Live-Acts und DJs an zwei Tagen – das sollte reichen, um das Partyvolk für das Südstraßenfestival zu begeistern. Aber angesichts des Wetters machte sich Organisator Udo Mays dennoch Sorgen.

Die vielen Schirme bieten Schutz vor Regen, außerdem lässt es sich auch „Indoor“ ganz gut feiern. Aber Organisator Udo Mays bangt: „Wir brauchen täglich 1500 Besucher, sonst rechnet sich das Festival nicht.“

Das eher durchwachsene Wetter scheint die Besucher aber nicht allzu sehr zu stören. Schließlich bietet das Südstraßenfestival an zwei Tagen ein höchst abwechslungsreiches Programm in der Stadt, die sich immer wieder mit dem sogenannten Clubsterben befassen muss.

„Wichtig ist uns, alle Musikrichtungen abzudecken“, sagt Mays und verweist etwa auf die Ducks. „Die kommen ursprünglich aus Australien“, sagt er und freut sich, dass es gelungen ist, das Duo mit seinem „tanzbaren Electro-Pop“ nach Aachen zu holen.

Nicht zuletzt deshalb hat sich das Südstraßenfestival unter Musikliebhabern längst einen Namen gemacht. Einen Tiefschlag allerdings mussten Udo Mays und sein Team im vergangenen Jahr hinnehmen. Als die Südstraße erneuert wurde, gab es wegen der Baustelle keine Genehmigung für das Festival. „Dabei wollten wir damals in einem kleineren Rahmen im Park feiern“, sagt er. Quasi im letzten Moment musste das Event dann aber mangels offizieller Genehmigung doch noch abgesagt werden. „Traurig war das vor allem auch deshalb, weil schon sehr viel Vorarbeit in dem Projekt steckte“, sagt Mays.

In diesem Jahr aber geht alles wieder seinen gewohnten Gang. Mit einem Mix aus lokalen, regionalen und internationalen Künstlern locken die Organisatoren ein buntes Publikum an die Südstraße. Die Stimmung ist gut, auch wenn hier und da ein bisschen Regen fällt. Ausgerüstet mit Schirmen und entsprechender Kleidung trotzen die Besucher den Unbilden des Wetters. Denn wer mag sich schon Bands wie The Magic Mumble Jumble aus den Niederlanden, Budzillus aus Berlin oder Jin Jin aus Aachen entgehen lassen?

Die Stimmung jedenfalls ist super, als die Niederländer The Magic Mumble Jumble abends auf der Bühne stehen. Und trocken bleibt es obendrein. Vor der Bühne bewegt sich eine wogende Menge im Rhythmus der Musik.

Auch die benachbarten Geschäfte und Bewohner scheinen das Festival zu genießen. „Wir gehen vorher von Haus zu Haus und laden jeden Nachbarn persönlich ein“, erzählt Mays. „Und da merkt man gleich, wer Lust drauf hat und wer nicht“, erzählt er weiter. Viele der Anwohner scheinen dieses besondere Wochenende jedenfalls zu genießen. An Geschäften hängen Zettel mit einem „Herzlichen Willkommen“, andere haben ihre Türen weit geöffnet, damit die Besucher auch bei ihnen reinschauen.

Am Eingang des Werkkunsthofs stellen junge Leute ihre Arbeiten aus. Ein junger Mann hockt im Toreingang auf dem Boden und malt. Im Park selbst sorgt ein DJ für musikalischen Pep, während vor allem Familien mit kleinen Kindern die Gelegenheit nutzen, um ihre Kinder spielen zu lassen. Das Kulturzentrum Südoase dagegen scheint ganz in der Hand der Jugend zu sein. Es wird Billard gespielt und eine mit Schlagzeug und Gitarren perfekt ausgestattete Bühne scheint nur noch auf die Musiker zu warten.

Beim Schlendern von einem Schauplatz zum anderen, wird den Besuchern schnell bewusst, wie bunt und vielfältig die Südstraße ist. Und das genießen sie, auch wenn das Wetter nicht immer wirklich dazu einlädt.