Aachen: „Stunk unplugged“ macht Station im Saalbau Kappertz

Aachen: „Stunk unplugged“ macht Station im Saalbau Kappertz

Die Stunksitzung ist aus dem Kölner Karneval nicht wegzudenken. 1983 von einer Hochschulgruppe gegründet, gehört die alternative kabarettistische Karnevalssitzung ebenso dazu wie das Kölner Dreigestirn, die roten oder die blauen Funken im traditionellen Karneval, der im Programm auch mal aufs Korn genommen wird.

Der Erfolg zog weite Kreise — und erreichte auch eine Gruppe von Alternativen in der Domstadt Aachen, die selbst ein karnevalistisches Kabarettprogramm auf die Beine stellten. Die „Strunx“-Sitzungen sind nach 22 Jahren inzwischen Geschichte, 2013 fiel nach zweimal elf Jahren endgültig der Vorhang.

Aber man geht ja bekanntlich niemals so ganz — Kabarett und Kleinkunst finden seit inzwischen 15 Jahren immer wieder bei der Benefizveranstaltung „ n’ Teller Buntes“ den Weg auf die Bühne des Saalbaus Rothe Erde, auch bekannt unter „Kappertzhölle“, die auch eng mit Karneval und Strunx zusammenhängt. Moderiert wird der „Teller Buntes“ von den Strunx-Urgesteinen Norbert Conrads und Veronika Siebert. Und beim letzten „Teller Buntes“ waren die „Stunk“- Mitglieder Didi Jünemann, Tim Simon und Josef Piek dabei und kamen zu dem Schluss: „Diese Bühne hat was.“

Am 8. September kommen die drei wieder und sie bringen Verstärkung mit. Unter dem Motto „Stimmung bleibt!“ macht „Stunk unplugged“ im Rahmen seiner Herbsttournee Station in der Hüttenstraße. Seit 2004 tourt das Stunk-Ensemble regelmäßig im Frühjahr und Herbst durch das Rheinland, mit gelegentlichen Abstechern nach Hamburg oder Berlin, um Kabarett-Highlights und Lieder aus den letzten Jahren zum Besten zu geben. Zwölf Ensemble-Mitglieder und die Musiker Josef Piek und Christoph Stupp sind bei der Tour dabei.

In der etwas abgespeckten Form böten sich immer wieder Möglichkeiten, bekannte Stücke anders zu präsentieren, meint Didi Jünemann. Für Christian Rzepka liegt ein besonderer Reiz darin, „dass wir auf der Tour auch in kleineren Sälen spielen, wo die Leute näher dran sind.“ Freuen dürfen sich Besucher auch auf Biggi Wanninger, die als Präsidentin des Elferrats die Stunksitzungen moderiert und auch am 8. September durch den Abend führen wird. Ein dreistündiges Programm hat das Ensemble im Gepäck, darunter „Die Lehrerkonferenz“ oder die „Nokia Night of the Prolls“, bei der „Luciano Pavarotti“ Opernversionen bekannter Karnevalsschlager vorträgt.

Dieses Stück ist auch eines des ältesten. 1998 ist es bei einer Stunksitzung zum ersten Mal aufgeführt worden. Auch nicht fehlen wird das Hänneschen-Theater. Wer sein Zwerchfell noch nicht überreizt hat und danach noch kann, darf gerne auf der After-Party weiterfeiern. Kostümiert muss keiner kommen, aber: „Wir werfen niemanden raus, der im Kostüm erscheint“, meint Christian Rzepka augenzwinkernd.

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