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Stück "Für immer schön" feiert Premiere im Theater Aachen

Groteske Komödie : Vom Optimismus besessen

„Man merkt dem Stück an, dass der Autor seine Figuren liebt. Ich konnte beim Lesen nicht anders als mich auch in die vom Optimismus besessene Hauptrolle zu verlieben“, erklärt Vivica Bocks die Auswahl des neuen Kammerspiels.

„Für immer schön“ wurde 2017 von dem amerikanischen Drehbuchautor und Dramaturgen Noah Haidle am Nationaltheater Mannheim geschrieben und uraufgeführt und feiert am Freitag, 10. Mai, in der Kammer des Theaters Aachen Premiere.

Cookie Close ist die geborene Kosmetikverkäuferin. Mit Rollkoffer und Stöckelschuhen zieht sie von Haus zu Haus im Vorort von Grand Rapids und spult ihre Verkaufsfloskel ab: „Hallo, mein Name ist Cookie Close.

Als ich ein kleines Mädchen von knapp sechs Jahren war, da sagte meine Mutter zu mir, dass Gott uns alle nach seinem Bilde erschaffen hat. In diesem Moment war mein Schicksal entschieden! Ich wusste, ich bin die geborene Kosmetikverkäuferin.“ So schickt Noah Haidle die junge Cookie auf den Weg und lässt Sie jede Hürde meistern: Zwangsoptimistisch taumelt sie mit blutigen Füßen dem Elend, der Altersarmut und Obdachlosigkeit entgegen. Auf ihrem Leidensweg zieht sie, blind geworden, ihre tote Tochter hinter sich her, noch immer hoffend, irgendwie Geld für ein würdiges Begräbnis zu bekommen.

An ihrem Mantra: „Lächeln Cookie, es geht immer weiter!“ und am „American Dream“ hält Sie bis ans Ende ihrer Tage fest. „,Für immer schön’ ist eine groteske Komödie, ein Stück mit einem schmalen Grad zwischen Tragik und Komik“, sagt Bocks.

Einer, der diesen Grad versteht und in Szene setzen kann ist Malte C. Lachmann. „Ich habe die Anfrage, das Stück zu inszenieren, sofort angenommen“ erzählt Lachmann. „Die Figur Cookie hat mich berührt, denn sie ist das Abbild der Überforderung, die jeder in der heutigen Gesellschaft spürt“, sagt Lachmann. „Schwäche und Fehler sind in einer neoliberalen Welt nicht erlaubt, stattdessen muss man Leistung zeigen und dabei schön sein, auch wenn es einen zerstört, wie Cookie“, fügt er hinzu. Es ist Lachmanns erste Inszenierung am Theater Aachen und trotz der Tragik verspricht er, dass die Komik das Stück die ganze Zeit über tragen werde.