Studenten laufen für den guten Zweck

Campus-Run an der RWTH : Sportliches Zeichen für Gemeinschaft und Toleranz

„Klimaschutz statt Klimaflucht“ lautet das Motto, mit dem die Organisatoren des Aachener „Campus-Run“ in diesem Jahr auf die verheerenden Folgen des Raubbaus an der Natur gerade in den ärmsten Ländern dieser Erde hinweisen.

Für Jurek Lünenborg war der 5-Kilometer-Lauf am Campus ganz offensichtlich ein Kinderspiel. Er stammt ursprünglich aus Münster und hat dort früher Leichtathletik im Verein trainiert. Doch das ist lange vorbei, und heute schnürt er seine Laufschuhe eher zum Vergnügen. „Mir gefällt die Atmosphäre hier“, sagt er mit Blick auf den Campus-Run, den die „Aachen-hat-Ausdauer“-Gruppe von Amnesty International jetzt zum mittlerweile vierten Mal organisiert hat.

„Klimaschutz statt Klimaflucht“ lautet das Motto, mit dem die Organisatoren in diesem Jahr auf die verheerenden Folgen des Raubbaus an der Natur gerade in den ärmsten Ländern dieser Erde hinweisen. „Und wir fordern Gerechtigkeit für Julián Carrillo“, sagt Simone Böhm-Gonzales, Amnesty International.

Der Umweltaktivist hatte sich für die Rechte der indigenen Rarámuri in Mexiko eingesetzt und wurde laut Amnesty International unter ungeklärten Umständen ermordet. Am Amnesty-Stand bekommen Läufer und Besucher unter anderem  Gelegenheit, eine Petition zu unterschreiben, die eine Aufklärung des Mordes fordert und die sich dafür einsetzt, dass die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Auch sollen die Rechte der Rarámuri gewahrt werden.

„Menschenrechte sind dabei nach wie vor ein ganz großes Thema“, sagt Simone Böhm-Gonzales. Denn mit der Zerstörung von Lebensräumen würden Menschenrechte wie das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Arbeit verletzt. Dass sich in diesem Jahr so viele Läuferinnen und Läufer für den Campus-Run angemeldet haben, freut die Organisatoren ganz besonders. 287 Voranmeldungen haben sie registriert. Und erstmalig wird die Aachener Bank die eingegangenen Spendengelder verdoppeln. „Dabei kommt es uns gar nicht so sehr auf das Geld an“, sagt Sarah Fluchs, die den Lauf seinerzeit ins Leben gerufen hat. Der Ursprungsgedanke sei gewesen, Spaß und Sport mit den Zielen von Amnesty International zu verbinden. Und das sei auch sehr gut gelungen.

Interesse an Umwelt

Die Läufer unterscheiden sich auf den ersten Blick gar nicht so sehr von den Läufern anderer Events. Allerdings haben sie ein großes Interesse an Umwelt- und Menschenrechtsthemen. Am Streckenstand steht eine Gruppe junger Leute in Begleitung von Marc von Oppell, Sozialpädagoge in Maria im Tann. Die Jugendlichen haben schon an einem anderen Lauf teilgenommen und dabei so viel Spaß gehabt, dass sie hier noch einmal an den Start gehen wollen. Zehn Kilometer wollen sie laufen und sie sind optimistisch, dass sie das auch gut schaffen.

Simone Böhm-Gonzales schaut derweil immer wieder auf ihr Handy und dann in den Himmel. Der Wetterradar hatte trockenes Wetter für den 5-Kilometer-Lauf prognostiziert, und in der Tat setzt der Regen für eine lange Weile aus. Schlechter waren da schon die Prognosen für den 10-Kilometer-Lauf, an dem die Amnesty-Aktivistin auch selber teilnehmen will. Sie stellt sich vorsichtshalber schon einmal darauf ein, dass es nass werden wird.

Aufgeweicht ist die Strecke ohnehin. Die 14-jährige Celine Schneider ging beim 5-Kilometer-Lauf als erste Frau durchs Ziel und meint: „Das war ganz schön rutschig überall.“ Sie ist in Begleitung ihres Vaters gelaufen und hat sich erst ein paar Tage zuvor entschieden, mitzumachen. „Es war der erste Lauf nach einer längeren Verletzungspause“, erzählt sie und ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Und zufrieden ist auch Amnesty International mit der Resonanz auf den Lauf: Denn schließlich ging es um ein gemeinschaftliches Zeichen für Toleranz, Offenheit und Gemeinschaft.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sportler gehen für die gute Sache auf die Laufpiste

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