Aachen: Student will Trockentrenntoiletten in Makali bauen

Aachen : Student will Trockentrenntoiletten in Makali bauen

Das Ziel, das Nik Dorndorf verfolgt, mag im ersten Moment überraschen. Der Student aus Aachen möchte in den kommenden Monaten Trockentrenntoiletten in Makali bauen — einem Dorf im westafrikanischen Staat Sierra Leone.

„Wir waren erst vor kurzem in Sierra Leone und haben gemeinsam mit den Menschen Probleme identifiziert und angepasste Techniken entwickelt“, sagt Dorndorf, der in der gemeinnützigen Hilfsorganisation „Ingenieure ohne Grenzen“ aktiv ist.

Dorndorf ist es wichtig, eng mit den Menschen in Makali zusammenzuarbeiten, damit das Projekt langfristig ohne Zutun der Initiatoren getragen werden kann. Auch deshalb ist die Weiterbildung der Menschen vor Ort eines der Grundprinzipien von „Ingenieure ohne Grenzen“. Im Falle von Makali ist zusätzlich eine kindgerechte Herangehensweise gefragt - schließlich sollen die Trockentrenntoiletten auf dem Gelände einer Primary School mit etwas über 200 Schülern errichtet werden. Kosten wird die gesamte Umsetzung vermutlich rund 15 000 Euro.

Dabei ist das Prinzip der Trockentrenntoilette ziemlich simpel. Durch die Trennung des flüssigen vom festen Teil der Ausscheidung und der Trocknung von letzterem wird diese entkeimt. „Nach einigen Monaten Lagerung können wir so Dünger gewinnen“, sagen die Projektbeteiligten. Zudem soll die Trockentrenntoilette dabei helfen, dass es gar nicht erst zu Verunreinigungen des Grundwassers führt. Häufig kommt es über diesen Weg nämlich zur Übertragung von Krankheiten.

Der Kontakt zwischen den Aachener „Ingenieuren ohne Grenzen“ und Sierra Leone besteht dabei schon seit einigen Jahren. Die konkrete Umsetzung des Projekts verzögerte sich aber aufgrund der Ebola-Epidemie, von der auch Sierra Leone betroffen war. Wegen Sicherheitsbedenken verzichteten die „Ingenieure ohne Grenzen“ damals auf eine Ausreise — und entschieden sich stattdessen dazu, einen Prototyp der Toilette für das Aachener „Hirschgrün“ nachzubauen.

Der Gemeinschaftsgarten wiederum darf sich nun als Ort mit der ersten öffentlichen Trockentrenntoilette Aachens bezeichnen. „Hier soll quasi die Generalprobe stattfinden“, erklären Dorndorf und seine Mitstreiter mit einem Schmunzeln. Das Toilettenhäuschen, das erhöht auf Beton steht, ist zwar bereits gut sichtbar aufgestellt, ist im Inneren allerdings noch nicht ganz fertig. In naher Zukunft sollen Schlüssel ausgehändigt und die Toilette zur Benutzung freigegeben werden.

Laetitia Brovot ist eine von denen, die mit großer Wahrscheinlichkeit bald nach Sierra Leone fliegen und das Projekt vor Ort realisieren werden. „Natürlich überlegen wir uns bei jedem Projekt genau, wer nun letztendlich ausreist“, erklärt die Studentin.

Der Großteil der Arbeit geschehe ohnehin bei der Vor- und Nachbereitung in Aachen. „Trotzdem stehe ich sehr hinter dem Projekt und habe mich deshalb bereit erklärt, nach Sierra Leone zu fliegen“, sagt Brovot, die rund drei Monate in Westafrika verbringen wird.

Wie auch die anderen betonen, geht es vor Ort um eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe — damit die Trockentrenntoiletten in der Schule in Makali im besten Fall nicht die einzigen bleiben.