Aachen: Student will RWTH-Rektor werden? Fake-Bewerbung sorgt für Gelächter

Aachen: Student will RWTH-Rektor werden? Fake-Bewerbung sorgt für Gelächter

Die angebliche Bewerbung eines Aachener Studenten um die Nachfolge des RWTH-Rektors Ernst Schmachtenberg sorgt derzeit im Netz für Gelächter. Auch wenn sich das mit Skurrilitäten gespickte Anschreiben und die ebenso humorige Antwort der Lehranstalt letztlich als erfunden herausstellten, sorgte es doch auch innerhalb der RWTH für Verwirrung.

Schmachtenberg bekanntlich geht im kommenden Jahr in den Ruhestand. Ein Nachfolger wird gesucht - wer wäre da besser geeignet als jemand, der von der Universität begeistert ist? Unter diesem Gedanken steht die angebliche Bewerbung des Maschinenbaustudenten aus Aachen. In der bei Studenten beliebten Quassel-App Jodel machte die Geschichte am Mittwochvormittag die Runde und gelangte darüber an die Öffentlichkeit.

Der Scherz war durchaus ausgefeilt. So wird in der offiziellen Stellenausschreibung ein Nachfolger gesucht, der „die internationale Sichtbarkeit“ der RWTH und „die Internationalisierung von Forschung und Lehre“ weiter ausbauen soll. Auf diese Anforderungen geht der immer noch unbekannte Verfasser der angeblichen Bewerbung nicht direkt ein. Dafür wirbt er damit, einiges an Erfahrung im sozialen Engagement für die Position mitzubringen: Zum dritten Mal sei er Erstsemester-Tutor gewesen, auch wenn er sich an die Zeit nicht so gut erinnern könne, „was wohl am Konsum von zu viel vergorenem Apfelsaft liegen muss“.

Außerdem spiele er gerne das Fußball-Computerspiel Fifa und habe ein Auftreten wie Arnold Schwarzenegger. Den nötigen Enthusiasmus bringt er jedenfalls für die „großartige Universität“ mit. Der Bachelor-Abschluss fehle zwar noch, aber: „den hatte Steve Jobs auch nicht, right?“

Als Arbeitspensum schlägt er eine 30-Stunden-Woche vor, mit der Option auf Verringerung, „denn der Boss braucht auch mal ne Pause“.

Soweit der erste Teil des Scherzes - der zweite besteht aus einem erfundenen Antwortschreiben der Hochschule: „Wir haben uns köstlich amüsiert“, heißt es darin. Aber ohne die nötige Erfahrung und „Expertise in sozialen Belangen“ sei er leider nicht geeignet. Zudem wäre seine Vorstellung des Arbeitsaufwandes utopisch, auch wenn er mit seinem Argument, „der Boss braucht auch mal eine Auszeit“ durchaus Recht habe.

Mehrere Stunden lang kursierten Bewerbung und Antwort als mutmaßlich echt im Netz - dann stellte die RWTH klar: Die Sache war erfunden. Die Mitarbeiterin, die das Antwortschreiben angeblich verfasst haben soll, ist derzeit im Urlaub, erklärte eine Sprecherin der RWTH unserer Redaktion.

Die Stelle des Rektors soll zum 1. August 2018 neu besetzt werden. Ernst Schmachtenberg war dann zehn Jahre im Amt.

(lea/red)