Aachen: Streit um Antoniusstraße: Polizei will nicht „über jedes Stöckchen springen“

Aachen : Streit um Antoniusstraße: Polizei will nicht „über jedes Stöckchen springen“

Eine Polizeiwache im neuen „Laufhaus“ an der Anto­niusstraße — das könnte nach Ansicht der Grünen eine Lösung für die von der Polizei selbst beklagten Sicherheitsbedenken hinsichtlich des geplanten Zentralbordells sein.

„Wir erwarten, dass die Polizei Präsenz zeigt“, hatte Planungspolitiker Michael Rau gesagt. Kosten- und Personalargumente könnten keine Rolle spielen. Hintergrund des Vorstoßes: Bislang scheint insbesondere ein Konflikt in Bezug auf die Entwicklung des „Altstadtquartiers Büchel“ nur schwer lösbar. Die Investoren pochen auf eine Abschottung des „Laufhauses“ zur ebenfalls in der Antoniusstraße und rundherum vorgesehenen Wohn- und Geschäftsbebauung.

Die Polizei erteilt hingegen einer solchen Abschottung aus Sicherheitsgründen eine klare Absage. Die Kontroll- und Einsatzmöglichkeiten der Polizei würden auf diese Art stark eingeschränkt und es drohe ein Anstieg der Kriminalität, hatte Polizeipräsident Dirk Weinspach mehrfach auch öffentlich bekundet.

Die Grünen halten diesen Konflikt hingegen weiterhin für lösbar und bestehen auf die Umsetzung des mit breiter Mehrheit gefassten Ratsbeschlusses, wonach das Rotlichtmilieu in der Innenstadt bleiben soll. Zu glauben, mit einer ohnehin planerisch kaum umsetzbaren Auslagerung der Bordelle in den Außenbereich — etwa ein Gewerbegebiet — könne man die Probleme lösen, bezeichnete Rau als „naiv“.

Bleibt die Frage: Was hält die Polizei von dem neuen Vorschlag, eine Polizeiwache in das „Laufhaus“ zu integrieren? „Wir werden uns hüten, nun über jedes Stöckchen zu springen, das man uns hinhält. Da kämen wir aus dem Kommentieren nicht mehr raus“, sagt Polizeisprecher Paul Kemen mit Blick auf den Vorstoß der Grünen.

In Rücksprache mit dem Polizeipräsidenten fügt er auf Anfrage hinzu: „Wir gehen davon aus, dass noch eine Vielzahl von Vorschlägen kommen wird. Diese werden wir jedoch nicht kommentieren.“ Die Polizei habe im Zuge des Anhörungsverfahrens ihre Sicht der Dinge ausführlich schriftlich dargelegt.

Die Behörde hatte nach den öffentlichen Unmutsbekundungen des Polizeipräsidenten hinsichtlich der aktuellen Planung eine umfangreiche Stellungnahme im Rahmen des laufenden Bebauungsplanverfahrens bei der Stadt abgegeben und in dieser die Bedenken deutlich formuliert. Polizeisprecher Kemen betont: „Dem ist nichts hinzuzufügen. An unserer Haltung hat sich nichts geändert.“

Mehr von Aachener Zeitung