Aachen: Straffälligenhilfe: Wenn ein Angehöriger in Haft ist

Aachen: Straffälligenhilfe: Wenn ein Angehöriger in Haft ist

Bei der Straffälligenhilfe Aachen sind in den vergangenen Jahren in wachsendem Maße nicht nur Inhaftierte und Haftentlassene, sondern auch deren Angehörige in den Blickpunkt geraten.

Immer häufiger gibt es verzweifelte Anrufe von Frauen, die plötzlich mit ihren Kindern ohne Ernährer dastehen und nicht wissen, wie es weitergehen soll. Mütter oder Geschwister von Inhaftierten melden sich, die wissen wollen, was sie falsch gemacht haben und großen Gesprächsbedarf haben.

Mit der Inhaftierung des Ehemannes, Partners, Sohnes oder eines anderen Angehörigen sind oft viele Probleme für alle Beteiligten programmiert. Häufig stoßen Angehörige von Inhaftierten in ihrer Umwelt auf Ablehnung, geraten in soziale und finanzielle Notlagen, müssen die Wohnung wechseln und sich mit den verschiedensten Behörden auseinandersetzen. Besonders für Kinder ist die Inhaftierung eines Elternteils ein schwerer Schock, der psychische Auffälligkeiten zur Folge haben kann.

Deshalb lädt die Straffälligenhilfe am kommenden Samstag, 16. April, von 11 bis 14 Uhr zu einem offenen Informationstag für Angehörige in die Beratungsstelle am Hubertusplatz 2 ein. Es wird an diesem Tag die Möglichkeit geben, sich in lockerer Atmosphäre, bei Kaffee und Kuchen auszutauschen und Probleme gemeinsam zu erörtern. Kinder können gerne mitgebracht werden.

Der Infotag, der durch eine großzügige Spende der Sparkassenzweigstelle Jakobstraße möglich geworden ist, soll für die Straffälligenhilfe auch dazu dienen zu prüfen, welche Unterstützungsmöglichkeiten besonders gewünscht werden. Denn noch immer trauen sich viel zu wenige Betroffene aus Angst vor Stigmatisierung, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Anmeldungen zum Infotag werden erbeten bei Claudia Brötsch, Telefon 0241/99728800 oder claudia.broetsch@sha-aachen.de.