Aachen: „Stille-Helden-Preis“: Die Tränen konnte der Preisträger nicht zurückhalten

Aachen : „Stille-Helden-Preis“: Die Tränen konnte der Preisträger nicht zurückhalten

Wie emotional die Verleihung des Stille-Helden-Preises in diesem Jahr ablief, zeigten die Tränen, die Professor Dr. Konrad Heintze nicht allesamt zurückhalten konnte, obwohl er dies mit großer Anstrengung versuchte. „Ich bin davon überzeugt, dass wir, wenn wir irgendwann mal von dieser Welt gehen, nicht noch irgendetwas mitnehmen können“, sprach ein außerordentlich gerührter Menschenfreund, nachdem er als stiller Held geehrt wurde.

Was der langjährige Arzt und Universitätsprofessor damit ausdrücken wollte, war die Idee, dass ein besserer Zusammenhalt auf dieser Welt nur möglich sei, wenn Menschen sich stärker für einander und vor allem für Schwächere einsetzen würden. Ein Credo, das in der heutigen Zeit viel zu wenig gehört und befolgt werde.

Seit 13 Jahren ehrt der deutsch-türkische Verein „Eurotürk e.V.“ jährlich einen oder mehrere stille Helden. Dies seien Menschen, die „nicht laut auf sich aufmerksam machen, sondern ganz leise arbeiten und für eine bessere Welt kämpfen“, schilderte der Ehrenvorsitzende des Vereins, Dr. Okan Akin, die Kriterien für eine solche Auszeichnung.

Professor für Pharmakologie

Oberbürgermeister Marcel Philipp und der „Eurotürk“-Vorsitzende sowie Gastgeber des Abends, Rainer Bertrand, pflichteten Akin im Rahmen der Preisverleihung bei. Philipp lobte in seiner Laudatio auf den diesjährigen stillen Helden dessen Arbeit in der Gynäkologie und Chirurgie des Marienhospitals sowie später als Professor am RWTH-Institut für Pharmakologie.

Für die Verleihung des Preises war allerdings vor allem auch Heintzes nebenberufliches Engagement im Aachener Lions-Club entscheidend: Nachhilfe-Unterricht für Migranten, eine Reise mit dem Club nach Istanbul sowie die daraus entstandene Städtepartnerschaft Aachens mit der türkischen Stadt Saryer und ein jährlich eigens angefertigter Kalender, dessen Einnahmen für die medizinische Versorgung der syrischen Bevölkerung in Aleppo genutzt werden.

Schier grenzenlos war der Einsatz des diesjährigen Preisträgers für Integration, ein wenig mehr Gerechtigkeit und humanitäre Hilfe. Schier grenzenlos war daher auch die Reihe an Menschen, die Heintzes Ehrung nicht verpassen wollten. Die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, der designierte türkische Honorarkonsul Uwe Merklein und eine Vielzahl vergangener Preisträger ließen sich die Verleihung nicht entgehen.

Angespanntes Verhältnis

Als abschließende Rednerin dankte Schmidt in einigen Worten Heintze, sprach aber auch über das angespannte deutsch-türkische Verhältnis: „Durch Vereine wie Eurotürk wird der deutsch-türkische Dialog gefördert. Aktuell sehen wir bezüglich politischer Auffassungen große Differenzen zwischen Deutschland und der Türkei. Genau deswegen müssen wir jedoch weiter Arbeit investieren, um das friedlich-freundschaftliche Verhältnis zwischen beiden Ländern wieder herzustellen.“

Gleichzeitig merkte die Bundestagsabgeordnete an, dass „Freunde einander auch kritisieren dürfen sollten“.