Aachen: Stiftung Marienhospital: Michael Koch folgt auf Rolf-Leonhard Haugrund

Aachen: Stiftung Marienhospital: Michael Koch folgt auf Rolf-Leonhard Haugrund

Der Mann ist in seiner Freizeit unter anderem Fußballer und Marathonläufer, was für eine gewisse Treffsicherheit und Ausdauer spricht. Beides wird ihm sicherlich nützen, wenn er ab Juli neuer geschäftsführender Vorstand der Stiftung Marienhospital ist.

Noch mehr wird Michael Koch, 34 Jahre jung, aber auf seine Kenntnisse als Volkswirt und seine Erfahrungen in verschiedenen Krankenhäusern zurückgreifen. Schließlich tritt er kein leichtes Erbe an. Sein kommender Vorgänger Rolf-Leonhard Haugrund war schließlich 42 Jahre lang in der Stiftung tätig, davon 21 Jahre als Geschäftsführer und geschäftsführender Vorstand. Unter Haugrund haben das Marienhospital und die Einrichtungen der Stiftung eine erhebliche Expansion erfahren.

Verständlich, dass sich das Kuratorium der Stiftung als maßgebliches Gremium die Entscheidung über die Nachfolge alles andere als leicht gemacht hat. „Wir haben eigens eine renommierte Münchener Firma mit der Suche nach geeigneten Kandidaten beauftragt — und zahlreiche Gespräche geführt, bis wir den Richtigen gefunden hatten“, schildert der Kuratoriumsvorsitzende Monsignore Heribert August den Weg hin zu Michael Koch. Unabhängig von der Person galt es auch, die christliche Ausrichtung des Hauses einfließen zu lassen.

Umso überzeugter sind die Verantwortlichen von ihrer Wahl. „Er hat auch die rheinische Offenheit“, nannte am Donnerstag Bernd Thomas, stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender, eine weitere Qualifikation. In der Tat steht ab dem Sommer ein echter Rheinländer der Stiftung vor. Er stammt aus Andernach und lebt zurzeit mit seiner Frau sowie den drei Jahre und sieben Monate alten Kindern in Köln.

In gewisser Weise ist Koch die Karriere im Krankenhausbereich in die Wiege gelegt. „Meine Großeltern haben im Krankenhaus gearbeitet, meine Eltern — wenn auch nicht im Verwaltungsbereich — auch. Und ich selbst habe während meines Zivildienstes in einer Intensivstation gearbeitet“, schildert er seine positive Vorbelastung. Da passte es, dass er auch während des Studiums seinen thematischen Schwerpunkt auf den Gesundheitsbereich legen konnte.

Zuletzt hat der Unternehmensberater (und bekennende Karnevalsfan) als Geschäftsführer eines Klinikverbundes in Wuppertal, davor in der kaufmännischen Direktion eines Kölner Krankenhauses gearbeitet. Jetzt reizt es ihn, alleiniger Geschäftsführer zu sein und die damit verbundenen gestalterischen Chancen zu nutzen. „Ich finde hier eine tolle Ausgangsbasis vor“, machte er Haugrund ein großes Kompliment. Aber er hat viel vor. Unter dem Stichwort „dauerhafte Wirtschaftlichkeit durch Expansion“ will Koch durchaus neue Bereiche ausloten, sich aber auch den Herausforderungen durch Gesundheitsreform und Krankenkassensituation stellen.

Ob er wie Haugrund am öffentlichen Leben in der Stadt Aachen und im Stadtteil Burtscheid teilnehmen wird, will er in Ruhe ausloten. Priorität soll die Stiftung mit ihren Einrichtungen haben. Für eine Übergangsphase bis September wird er auf die Erfahrungen seines Vorgängers zurückgreifen können. Länger aber nicht. Denn Rolf-Leonhard Haugrund sagte am Donerstag auch: „Ich werde einen Schlussstrich ziehen. Ehrenamtlich wird man mich weiter sehen. Aber das muss reichen.“

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