Stiftung der Städteregion vergibt Ehrenamtspreis

Stifterpreis 2018 der Städteregion : Vorbilder für ehrenamtliches Wirken geehrt

Strahlende Gesichter, aber auch nachdenkliche Worte prägten die Verleihung des Preises der Stiftung für ehrenamtliches Engagement in der Städteregion. Das Motto des Stifterpreises 2018 lautete „Ehrenamt ist Kultur! Kultur ist Verständigung!“.

Die Jury hat den Preis, der mit jeweils 2000 Euro dotiert ist, in vier Kategorien an nach ihrer Einschätzung außergewöhnlich gelungene Projekte vergeben.

Kategorie „Eine überzeugende Idee“: Der Preis geht an den Blinden- und Sehbehindertenverein der Städteregion. Diesem Verein geht es nicht nur um die Vertretung von Interessen. Vielmehr sollen konkrete Hilfestellungen den Alltag erleichtern und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Ein Schwerpunkt der Arbeit sind Hilfen für sehbehinderte Kinder im Vorschulalter. Eigens angeschaffte Bilderbücher, Medien und Hörbücher ermöglichen den Kindern den Zugang zu Geschichten und altersgemäßer Literatur.

Kategorie „Nachwuchs mit Idealen“: Der Verein „MediNetz Aachen“ setzt sich für die gesundheitliche Versorgung von Geflüchteten ein, die ohne Aufenthaltstitel und ohne Krankenversicherung in Aachen leben. Die Menschen, um die es geht, befinden sich in Ausnahmesituationen, und es besteht die Gefahr, dass sie aus dem Blick geraten. Die Preisträger erklärten, dass man sich mit der Auszeichnung etwas schwer getan habe, da sie für etwas vergeben werde, das es eigentlich gar nicht geben dürfe. Aber, so betonten sie, medizinische Versorgung unabhängig vom Status sei ein Menschenrecht und müsse ohne Angst vor Repressalien wahrgenommen werden können. Man verstehe den Preis insofern als Eingeständnis, dass in diesem Bereich Handlungsbedarf bestehe. Der Stiftungsvorsitzende Helmut Etschenberg wechselte in seiner kurzen Antwort in die Rolle des Städteregionsrates und erklärte, dass die Botschaft und der eindringliche Appell nicht nur bei ihm, sondern bei allen Anwesenden angekommen sei. Er versicherte, dass man gemeinsam mit „MediNetz“ nach Lösungen suchen werde.

Kategorie „Gemeinsam engagiert“: Hier geht die Auszeichnung an die „AKV Sammlung Crous“. Die bedeutende Sammlung umfasst historische Objekte und Zeitdokumente mit Bezug zur Stadt und Region Aachen. Die ursprünglich private Sammlung von Helmut A. Crous, Journalist und ehemaliger AKV-Präsident, ging nach seinem Tod an den Aachener Karnevalsverein über. Hier wurde sie in eine gemeinnützige GmbH überführt und seither ständig erweitert. Neben Lithographien, Aquarellen und Gemälden gehören 5300 Printmedien, 700 Originalgrafiken und 4500 historische Postkarten zur Sammlung. Sie wird ehrenamtlich unterhalten, erweitert und bewahrt.

Kategorie „Einsatz für die gute Sache“: Geehrt wurde der ehrenamtsbeauftrage der Städteregion, Theo Steinröx. Die Liste der Ehrenämter, die er selbst ausübt, ist lang. Von seinem großen Erfahrungsschatz können alle ehrenamtlich Engagierten profitieren, die seine Unterstützung benötigen. Sowohl als Bürgermeister der Stadt Monschau als auch als Ehrenamtsbeauftragter hat Steinröx viele Impulse gesetzt und so das Ehrenamt in der Städteregion gestärkt. Seine Arbeit wird er auf Bitte des designierten Städteregionsrates Tim Grüttemeier fortsetzen. Der Preis ist eine Auszeichnung für sein Lebenswerk.

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