Aachen: Stichflammen und Muskelspiele in der Innenstadt

Aachen: Stichflammen und Muskelspiele in der Innenstadt

Kein Brand in Sicht - und doch wird gespritzt was das Zeug hält. Fünf Mannschaften lassen beim historischen Spritzenwettbewerb auf dem Markt ihre Muskeln spielen.

Anlass des Spektakels ist das Mega-Fest zum 175. Geburtstag der Aachener Feuerwehr. Gezielt richtet ein Feuerwehrmann den Strahl auf das Herz eines grün-roten Klo-Häuschens, die anderen pumpen kräftig.

„Wir machen das aus Nostalgie und Spaß an der Freud”, erklärt Erich Dube, Kommandant des Historischen Löschzugs Leverkusen Bürrig. Ihr Motto: „Immer locker bleiben”. 1890 wurde der Spritzwagen gebaut - in Aachen. Mit diesem Schätzchen geht die Truppe zwei- bis dreimal im Jahr bei Wettbewerben an den Start.

Kurz darauf schießt eine riesige Stichflamme auf dem Katschhof in die Luft. „Hast du gespürt, wie heiß das war?”, ruft eine Zuschauerin. Was ist passiert? Die Feuerwehr hat Fett explodieren lassen, um zu demonstrieren, was im Haushalt nicht passieren darf.

Die Situation: Heißes Öl fängt im Topf an zu brennen, Löschversuch mit Wasser, Stichflamme. „Man sollte den Deckel drauf machen, dann ist der Sauerstoff irgendwann weg”, erklärt ein Feuerwehrmann.

Ganz hoch hinaus geht es vor dem Kugelbrunnen. Bis auf knapp 26 Meter fährt die Drehleiter des Feuerwehrwagens hier aus. Der Andrang ist groß: Eine halbe Stunde musste Jakob Hertel anstehen, bis es für ihn über die Dächer Aachens ging. Mit dabei waren seine Familienpatin und Bruder Paul. „Es war cool, weil die Menschen so klein waren”, schwärmt der Achtjährige und seine Augen strahlen.

Eine nicht ganz so lange Leiter liegt auf einem grünen Feuerwehrwagen aus den 40er Jahren. Der Oldtimer steht neben vielen anderen zum Großteil ausrangierten Schmuckstücken auf dem Theaterplatz - ein beliebtes Fotomotiv. Viele Aachener sind an diesem Tag mit der Kamera unterwegs, um die zahlreichen Attraktionen dieses 175. Geburtstags für immer festzuhalten.