"Sterne des Sports" zum dritten Mal in Aachen vergeben

Würdiger Rahmen : „Dance Evolution“ greift jetzt nach den Sternen

Als hoch angesehene Auszeichnung für den Breitensport hat sich die Preisverleihung der bronzenen Sterne des Sports im mittlerweile dritten Jahr in Aachen etabliert. Und dabei stehen weniger die sportlichen Erfolge als vielmehr das gesellschaftliche Engagement im Mittelpunkt.

Zum zweiten Mal fand die Verleihung im großen Rahmen in der Turnhalle an der Schanz statt. „Vom Fachbereich Sport wurde uns diese traditionsreiche Stätte zur Verfügung gestellt, in der schon die viermaligen Weltmeister der Lateinformation vom TSC Schwarz-Gelb Aachen trainiert haben“, freute sich Jens Ulrich Meyer, Vorstand des Sponsors Aachener Bank, über den angemessenen Rahmen. Denn es gehe darum, Werte wie Fairnesss, Toleranz und Verantwortung auszuzeichnen.

Seit 2017 findet die Prämierung des bundesweit seit 2004 vom Deutschen Olympischen Sportbund vergebenen Preises auf lokaler Ebene statt. Eine fachkundige Jury wählt die ersten drei Plätze aus zahlreichen Bewerbungen aus. Im Rahmenprogramm unterhielten die Minis und Junioren vom Verein „Dance Evolution“ das Publikum. „Diese Darbietung zeigt die Freude am Sport. Tanz ist die Verbindung von Kunst und Sport“, betonte Moderatorin Janin Vreydal.

Der dritte Platz und damit 500 Euro gingen an den SV Jülich 1912, genannt „Die Zwölfer“. „Der Verein leistet eine bereichernde Integrationsarbeit, hat Zugewanderte und Flüchtlinge aus der Region integriert. Auf dem Fußballplatz werden viele Sprachen gesporchen und das funktioniert wunderbar“, erklärte Peter Engels in seiner Laudatio. Björn Jansen, Vorsitzender des Stadtsportbund Aachen, stellte den zweiten Platz vor: Die Grenzwacht Pannesheide aus Herzogenrath sei vorbildlich in Sachen Inklusion. „In Kooperation mit dem Verein Tabalingo werde Inklusion im Fußball gelebt. Dabei werden die größten vorhandenen Barrieren, nämlich die in den Köpfen, abgebaut“, erklärte Jansen.

Platz 1 und damit der bronzene Stern mit einer Zuwendung von 1500 Euro gingen an den Verein „Dance Evolution“. „Ihr Motto ist Regeln zu brechen und das im positiven Sinne. Unabhängig von Bildung, Einkommenssituation oder Herkunft werden Kinder und Jugendliche hier gefördert, können Tanz in der Gruppe erleben, egal, ob Kostüme und Unterricht teuer sind. Wir würdigen das gelebte Miteinander jenseits der Bühnenshows. Die Jury hat überzeugt, wie man sich im Verein bei den Hausaufgaben hilft, bei Problemen beisteht oder Schulschwänzer wieder auf den rechten weg bringt. All das wird vom Team um die diplomierte Tänzerin Kathrin Brust nicht an die große Glocke gehängt“, erklärte Jens Ulrich Meyer. Für den Sieger geht es nun auf Landesebene um einen silbernen Stern im November in Düsseldorf und – im Fall der Fälle – um einen goldenen Stern beim Bundesentscheid im Januar 2020 in Berlin.

Die Kabarettisten von „Hoppla, das Duo“ nahmen im Anschluss an den offiziellen Teil die Vielzahl der Preisverleihungen in der Stadt und den drohenden „Preisträgermangel“ aufs Korn. „Preisverleihungen kann der Öcher. Aachen ist quasi die deutsche Preisverleihungshauptstadt mit der pro Kopf höchsten Dichte an Auszeichnungen und Ehrungen vom Internationalen Karlspreis über den Großen Preis von Aachen beim CHIO bis hin zu 1500 Karnevalsorden und unzähligen silbernen und goldenen Ehrennadeln – hömmele Preise und jeder Aachener hat schon mindestens einen Preis verliehen bekommen“, erzählten Michael Dannhauer und Thorsten Neumann wechselseitig.

Nach der feierlichen Preisverleihung gab es in der 1866 erbauten ältesten Turnhalle im Rheinland noch viele angeregte Gespräche in Sportlerkreisen.