Aachen/Alsdorf: Stawag Music Award: „The Constant“ will sich den Titel sichern

Aachen/Alsdorf: Stawag Music Award: „The Constant“ will sich den Titel sichern

„Es war in einer dunklen Nacht…“, erzählt Marvin, Bassist und Sänger der Band The Constant mit verstellt dunkler Stimme, kämpft aber sichtlich um Ernsthaftigkeit, als man ihm die Frage stellt, wie die Band sich gefunden hat.

Gefunden haben sich die fünf nämlich nicht bei einer Geisterbeschwörung, sondern etwas konventioneller: „Wir drei hier sind Geschwister. Und der Marvin war in unserer Klasse“, erklärt der 24-jährige Schlagzeuger Philipp. Marvin-John interveniert: „Ihr ward in meiner Klasse!“ Alle brechen in Gelächter aus. So viel Spaß verspricht sich das Quintett auch von der teilnahme am 13. Stawag Music Award, der am kommenden Sonntag ab 15.30 uhr auf dem Markt im rahmen des Aachen September Special über die Bühne geht.

Zwei der drei Constant-Geschwister, die seit der Fünften in Marvins Klasse waren, sind übrigens Zwillinge: Philipp, 24, spielt Schlagzeug, Jan singt und spielt Gitarre. Daniel, 29, schließt den Koerver-Clan ab: Er spielt Keyboard und macht die Background-Vocals. Der Letzte im Bunde ist der 25-jährige Gitarrist Kai.

Ob es unter den Geschwistern öfter einmal Zoff à la Oasis gibt, beantwortet Drummer Philipp witzelnd: „Also ich bin eher der Noel Ghallager.“ Daniel ergänzt: „Streit gab es bei uns noch nie. Manchmal herrscht unter Brüdern ein schärferer Ton.“ Der rühre aber nur daher, dass Daniel manchmal annimmt, dass Brüder telepathische Fähigkeiten besitzen, finden die Zwillinge. An einem Strang ziehen und das Gleiche denken jedoch alle. Bassist und Sänger Marvin findet besonders rührende Worte: „Eigentlich sind wir alle Brüder. Es gibt nichts, das so lange Bestand hat in meinem Leben, wie diese Band.“

Von dieser Beständigkeit erzählt auch der Bandname „The Constant“. Eigentlich ein Song, den Jan, Marvin und Philipp im Zuge ihres Nebenprojekts Progressive Rock geschrieben haben, drückt er die Musik als Konstante im Leben aus. Es kam die Idee, aus dem Song einen Bandnamen zu machen. Diese Konstanz währt übrigens bereits seit 2010: Als Metalcore- und Post-Hardcore-Band A Drop In The Ocean spielten sie damals auf zahlreichen Konzerten und Wettbewerben. Auf einen der schönsten Momente können sich die Fünf nicht einigen. „Das Schönste ist die Dankbarkeit der Zuschauer“, sagt Kai.

Mit A Drop In The Ocean haben die Brüder im Geiste 2014 aufgehört. 2015 schufen sie The Constant: Die selben Gesichter, andere Rollen und — noch viel wichtiger — komplett anderer Stil. Dieser Tapetenwechsel kam in der Fangemeinde erstaunlich gut an, nur vereinzelt waren einige Fans enttäuscht über die seichteren Töne. Kai: „Metal ist halt irgendwann…“ Kai nippt am Tee, versucht eine Erklärung zu finden. Marvin hilft ihm: „Immer noch Metal!“ Jetzt machen sie Pop-Rock, den man aber eigentlich nicht so schnell in eine Genreschublade stecken kann: „Jeder Song ist ziemlich anders. Wir schreiben nun Lieder, die immer einen gewissen Kniff haben“, sagt Schlagzeuger Philipp.

Offen, passioniert und unkompliziert. Das sind die drei Worte, die The Constant selbst für sich gefunden haben. „Kremig locker-flockig“, witzelt Phillipp. Marvin druckst herum mit dem Begriff Bescheidenheit, revidiert aber wieder: „Nee. Wenn wir das von uns behaupten, klingt das wieder eingebildet.“

Der Eindruck des Beobachters: Sie sind witzig, herzlich und bescheiden. Marvin sagt: „Natürlich dürfen es in Zukunft auch größere Bühnen werden. Wir haben viele Träume. Aber das hat wohl jede Band, sonst würden wir das nicht machen.“ Die Fünf wären schon froh, ein größeres Auto zu haben. „Bislang fahren wir mit unserem Equipment in zwei kleinen Autos. So ein Bulli oder ein Sprinter, das wäre schön. Denn die schönsten Momente sind unsere gemeinsamen Fahrten zu den Gigs“, sagt Kai. Und irgendwann die große Karriere? „Ja, äh, selbstverständlich!“, sagt Jan und lacht: „Wenn man schon „The“ bei Google eintippt, dann kommen wir!“

Philipp träumt sogar noch weiter: „Irgendwann stehen wir dann vor unserem Bus. Jeder mit einem Zivi am Arm und rufen uns zu: ‚Na? Haste noch Platz für meinen Rollator?‘“

Am 18. September wollen The Constant alles geben. Wie sie sich darauf vorbereiten? „Proben. Proben. Proben...“

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