Großbaustelle in der Innenstadt: Startschuss für Bau am Theaterplatz ist gefallen

Großbaustelle in der Innenstadt : Startschuss für Bau am Theaterplatz ist gefallen

Die beeindruckenden Ausleger des ersten großen Krans sind der unübersehbare Hinweis: Es geht los auf einem der prominentesten Baugrundstücke in der Innenstadt.

Jetzt wurde eine komplette Krananlage installiert, über die die Leute vom Bau zwischen Kapuzinergraben und Elisabethstraße mit dem Material versorgt werden, das aus der Brache einen Komplex mit Dreifachnutzung machen soll. In den nächsten Tagen soll ein zweiter Kran folgen, der auch ein Indiz für die Dimension der anstehenden Arbeiten ist. Augenfälligster Teil dieses Komplexes wird das Hotel „Motel One“ sein, das knapp 260 Betten für Hotelgäste bieten wird und vom Kapuzinergraben aus den Haupt- und von der Elisabethstraße aus den Hintereingang bekommt. Die Landmarken AG führt auch hier Regie, hat die Umsetzung aber in die Hände des Generalunternehmens Köster Bau übergeben.

Ebenfalls an der Elisabethstraße entsteht ein großes Appartmenthaus, auf dessen Grundfläche früher das rückwärtige Gebäude der Dresdener Bank stand. Links neben dem Kloster ist ein Gebäude geplant, dessen beiden oberste Etagen zurückversetzt werden und so Platz für Dachterrassen bieten. Einen Teil dieses Komplexes will die RWTH als sogenanntes Boardinghaus nutzen, um beispielsweise Gästen und Gastdozenten eine Unterkunft für kürzere Aufenthalte zu bieten.

Dritter Teil wird eine Mischung aus alt und neu, sprich eine Kombination aus dem historischen Bau der früheren Dresdener Bank und einem angegliederten Neubau, die beide für eine Mischung aus Büronutzung und möglicher Gastronomie im Erdgeschoss des historischen Bankgebäudes genutzt werden können.

Dass jetzt — zumindest teilweise — mit den Arbeiten begonnen werden kann, liegt auch an der weitgehenden Beendigung der archäologischen Untersuchungen. Noch am Montag wurden auf dem Areal des künftigen Hotels überraschenderweise Holzreste einer Bewehrung der Barbarossamauer gefunden. Gerade im Bereich des neuen Bürokomplexes neben dem historischen Bau waren im Juli umfassende Funde präsentiert worden. Hier wird auch noch in den nächsten Tagen geforscht und dokumentiert.

Ansonsten steht der zügigen Umsetzung nach Auskunft von Landmarken-Sprecher Kolja Linden nichts mehr im Wege. Zunächst werde man mit dem Hotelbau anfangen, dann zum Appartementtrakt übergehen und schließlich das Bürogebäude angehen, so dass die Archäologen auch noch Zeit haben. Spätestens 2020 soll das gesamte Projekt fertiggestellt sein.

In diesen Tagen wird mit den Fundamentarbeiten und Grundleitungen begonnen. Auswirkungen haben die Arbeiten für die Verkehrsführung. Die Elisabethstraße wurde bereits zur Sackgasse und ist nur noch von der Kleinmarschierstraße aus zu befahren — was man aber tunlichst unterlassen sollte, denn während der Bauarbeiten haben die Baufahrzeuge logischerweise so etwas wie eine inoffizielle Vorfahrt.

(hpl)
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