Aachen: Startschuss 2015: Millionen-Projekt Aquis Plaza feiert Richtfest

Aachen: Startschuss 2015: Millionen-Projekt Aquis Plaza feiert Richtfest

Hätten sie sich nicht nur verbal, sondern tatsächlich auf die Schultern geklopft, dann müsste jetzt der eine oder andere zwecks Schmerztherapie zum Orthopäden. Mächtig gelobt und gefeiert wurde am Dienstag zunächst vor versammelter Medienschar im Projektbüro an der Peterstraße und dann direkt vor Ort im Rohbau am Kaiserplatz.

Der Grund dafür ist mittlerweile schon ordentlich gewachsen — und zwar zumindest zum Teil so weit, um das Richtfest über die Bühne zu bringen. Der Rohbau des Aquis Plaza ist in Richtung Adalbertstraße jetzt fertig, der andere Teil Richtung Beeckstraße wird nun hochgezogen.

Die Verantwortlichen der Bauherren ECE (Hamburg) und Strabag Real Estate (Köln) strahlten dementsprechend mit OB Marcel Philipp um die Wette. Vor allem Letzterer kann wie die Aachener Lokalpolitik — die einst grünes Licht für das Projekt gegeben hatte — durchatmen, dass da „nun wirklich etwas steht“, wie es ECE-Pressesprecher Christian Stamerjohanns einleitend formulierte. (Fast) vergessen sind die Jahre des Stillstands und der Einöde. Klar, dass Philipp von „zuverlässigen Partnern“ sprach. Seitdem die Branchengrößen ECE und Strabag das einstige Projekt Kaiserplatz-Galerie 2012 unter ihre Fittiche genommen haben, ging es tatsächlich rasant voran. Vor 18 Monaten wurden die ersten Spaten in den Boden gerammt, danach rückten Heerscharen von Tief- und dann Hochbauern an. 180 000 Kubikmeter Boden wurden ausgehoben und weggekarrt, was in etwa 18 000 Lkw-Ladungen entspricht.

Rasant soll es auch weitergehen. Denn bereits im Herbst kommenden Jahres sollen die 290 Millionen Euro Investitionssumme ausgegeben, 50 000 Kubikmeter Beton und 10 000 Tonnen Stahl verbaut sein. Bis dahin werden auch die neuen Mieter die Koffer gepackt haben, um ins neue Domizil einzuziehen.

Diesbezüglich haben die Bauherren am Dienstag die Katze ein Stück weiter als bisher aus dem Sack gelassen und den einen oder anderen Namen jener genannt, die in die rund 130 Fachgeschäfte auf drei Ebenen nach einer bestimmten Systematik einziehen.

Reichlich Gastronomie

So ist laut Ole Grötzner, bei ECE für die Vermietung zuständig, im „Basement“ Platz für den „kurzfristigen Bedarf“. Will sagen: Dort zieht zum Beispiel ein Rewe-Supermarkt ein, ebenso ein dm-Drogeriemarkt. Oben drüber gibt es ein paar große „Ankermieter“ und viele kleine Geschäfte. Zu den „Großen“ zählt natürlich Elektronikriese Saturn, der größte Mieter des Aquis Plaza überhaupt. Ihn zieht es von der Reihstraße wenige Meter weiter zur neuen Mall. 2000 Quadratmeter hat der Sporthändler Scheck gebucht. Der aufstrebende polnische Modefilialist Reserve, der erst im Januar die Eroberung des deutschen Marktes begonnen hat, mietet 1500 Quadratmeter. Weitere genannte Mieter sind G-Star, Vero Moda, Olymp, Jack&Jones, Only, Parfümerie Becker, Thomas Sabo, Rituals sowie im benachbarten geschäftshaus der Modehändler TK Maxx (2800 Filialen weltweit). Dazu kommt ein sogenannter „Food Court“ mit zwölf unterschiedlichen Gastro-Anbietern nebst Außenterrasse. Weitere gastronomische Angebote sind im ganzen Center verteilt — so etwa an den Eingängen. Bestandteil des Aquis Plaza sind überdies die 600 Parkplätze und die Wohnungen, die die Investoren als Ersatz für die abgerissenen Häuser bauen mussten.

Dass in dem riesigen Komplex alles läuft, dafür wird „Center-Managerin“ Kathrin Landsmann von ECE mit ihrem Team sorgen. Die 35-Jährige hat bisher die „Schlosshöfe“ in Oldenburg, die 2011 eröffnet wurden, geleitet. Sie verspricht, dass die weitläufigen Flächen auch Platz für Events wie Konzerte und Ausstellungen bieten werden. Landsmann will zudem das Aquis Plaza nicht als alleinstehenden Einkaufskoloss sehen, sondern mit den anderen Einzelhändlern in der Innenstadt kooperieren, wie sie sagt.

Nach dem allgemeinen Schulterklopfen geht es am Mittwoch wieder an die Arbeit. Parallel zum Rohbau werden bereits die ersten technischen Einbauten wie etwa die Kanäle der Klimaanlage platziert. Und der Bau der Fassade entlang der Adalbertstraße steht ebenfalls bevor. Damit man sich bis zur Eröffnung schon einmal einen Eindruck machen kann, wie es später im Inneren aussehen wird, gibt es eine spezielle Marketingaktion. An der Baustelle kann man sich mittels Smartphone und den am Bauzaun angeberachten QR-Codes einen virtuellen Einblick verschaffen.

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