Städteregionsrat Tim Grüttemeier besucht die Lewac zum 10. Geburtstag

Zehnjähriges Bestehen : Von den Werkstätten in den regulären Arbeitsmarkt

Seit zehn Jahren setzt sich die Lewac gGmbH für den Ausbau eines inklusiven Arbeitsmarkts ein. Zur Feier des runden Geburtstags hat das Gemeinschaftsunternehmen der Lebenshilfe Aachen Werkstätten und Service GmbH und Wabe e. V. Diakonisches Netzwerk Aachen Städteregionsrat Tim Grüttemeier eingeladen. Kontakte vertiefen und pflegen war das Ziel dieses Treffens.

Lewac wurde 2009 gegründet, als Lebenshilfe und Wabe beschlossen, ihre Erfahrungen und Kenntnisse im Bereich inklusiver Arbeitsmarkt zu bündeln und sich für die von der Bundesagentur für Arbeit ausgeschriebene Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ zu bewerben, erzählt Norbert Zimmermann, Geschäftsführer der Lebenshilfe und der Lewac. Nach dem Motto „Erst platzieren, dann qualifizieren“ suchte die Lewac für Menschen mit psychischen oder geistigen Einschränkungen einen Qualifizierungsbetrieb auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Vier Mal ist die diese auf zwei Jahre angelegte Maßnahme erfolgreich gelaufen. Seit 2018 hat ein anderer Träger diese Maßnahme übernommen. Doch die Lewac hat ihr Angebot erweitert: Ebenfalls für die Agentur für Arbeit nimmt Lewac die „Diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit“ vor. Sie hilft Menschen mit Beeinträchtigungen festzustellen, welcher berufliche Weg für sie der richtige ist. Dabei werden in einer sechswöchigen Eignungsanalyse die beruflichen Interessen und Fähigkeiten ermittelt, im Anschluss können die Teilnehmer in weiteren sechs Wochen im Betrieb erproben, ob die ermittelte Perspektive passt, was geändert werden müsste und wie es weitergehen könnte.

Der „Fachdienst betriebsintegrierte Arbeitsplätze“ vermittelt Beschäftigte der Werkstätten der Lebenshilfe an regionale Unternehmen. Querbeet gehe es dabei durch die Unternehmenslandschaft der Aachener Region, erzählt Ulrike Feldmann-de Vet, Geschäftsleiterin der Lewac: Kleine und mittelständische Betriebe seien vor allem darunter, auch kommunale Einrichtungen wie Kitas, in denen die Beschäftigten im hauswirtschaftlichen Bereich eingesetzt werden. 2017 kamen der „Fachdienst Autismus und Arbeit“ sowie das „Büro für leichte Sprache“ dazu, beide Projekte werden zurzeit noch durch die Aktion Mensch gefördert.

Mit Interesse lässt sich Grüttemeier von Teilnehmern einer Schulung für Brandschutz und Arbeitssicherheit über ihre Erfahrungen berichten, die sie am Arbeitsplatz gemacht haben, stellt viele Fragen zu den Projekten. Im Büro für einfache Sprache kommt er mit den Projektleiterinnen Andrea Heyer-Schmitz und Marlies Janhsen ins Gespräch. Hier besteht bereits ein guter Kontakt zum Amt für Inklusion der Städteregion, in dessen Auftrag das Büro mehrere Merkblätter in einfache Sprache übersetzt hat.

Mehr Beschäftigung in Kitas

Unterstützung würden sich Feldmann-de Vet und Zimmermann auch im Bereich der Beschäftigung in Kitas wünschen. Gerne würden sie es auch ermöglichen, Beschäftige so weit zu qualifizieren, dass sie auch in der Kinderbetreuung arbeiten könnten. Eine Modellkooperation besteht bereits mit einer Kita in Aachen. Rund 500 Menschen aus der Region hat die Lewac in der Region erfolgreich auf ihrem beruflichen Weg begleitet. Diesen Erfolg spiegelt auch die aktuelle Imagebroschüre „Eine Perspektive für viele – ein Gewinn für alle“ wieder, die die Lewac gGmbH zum zehnjährigen Bestehen herausgegeben hat.

Eine Brücke bauen vom besonderen in den allgemeinen Arbeitsmarkt will Lewac auch in Zukunft. Der Bedarf sei da, betonen Ulrike Feldmann-de Vet und Norbert Zimmermann. Vor allem bei Arbeitnehmern in der Altersgruppe zwischen 30 und 35 Jahren stellen sie fest, dass diese oft mehrfach durch Einschränkungen belastet seien. Diese Beobachtung teilen Dagmar Offermann und Dietrich Roth von der Wabe. Hier müsse in der Begleitung und Unterstützung früher angesetzt werden, damit diese Mehrfachbelastungen gar nicht erst auftreten.

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