Städteregion verleiht "Miteinander"-Förderpreis

Städteregion verleiht Förderpreis : Das Thema „Miteinander“ ist immer noch aktuell

„Miteinander“ heißt der Förderpreis der Städteregion – und die Pflege eben jenen Miteinanders zwischen Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen liegt den drei Preisträgern auch am Herzen.

Eine Initiative von Frauen aus Stolberg sowie ein Familienzentrum und eine Grundschule aus Eschweiler nahmen bei einer Feierstunde im Museum Zinkhütter Hof in Stolberg aus den Händen von Prof. Edeltraud Vomberg, Dezernentin für Soziales und Gesundheit bei der Städteregion, die mit jeweils 250 Euro dotierte Auszeichnung entgegen.

Verschiedenheit anerkennen

Ein wichtiges Zeichen, wie das viel beschworene Miteinander auch kulturelle Schätze erschließen kann, lieferte das Rahmenprogramm der rund 45 Minuten langen Zeremonie. Das nämlich gestalteten Chor und Orchester des Ensembles „Turkish Classics“ mit seinem künstlerischen Leiter Melih Serter aus Baesweiler. „Turkish Classics“ wurde 2015 gegründet und ist der erste türkische Musikverein in Aachen mit interkultureller Besetzung. Musiker und Sänger verschiedener Nationalitäten und Kulturen spielen zusammen türkische Klassiker aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie moderne und populäre Songs, die Klassiker‑Status haben.

Chor und Orchester des Ensembles „Turkish Classics“ führen bei der Verleihung des „Miteinander“-Preises im Stolberger Zinkhütter Hof ein Miteinander der besonderen Art vor. . Foto: Christoph Hahn

Nicht ganz so poetisch wie die Musikbeiträge, dafür direkt und politisch gestaltete Dezernentin Vomberg ihre Rede. Der Preis gehe auf eine „lange Tradition seit 2000“ zurück, merkte sie an, und habe als „Thema nichts an Aktualität verloren“. Aktuell sei es vor allem darum, weil es „auch in der Region Tendenzen von Unmenschlichkeit und Ablehnung“ gebe, auch wenn die Neonazi-Gruppe „Kameradschaft Aachener Land“ mittlerweile lahmgelegt worden sei. „Die Verschiedenheit der Menschen anerkennen“: Dafür setze der Preis ein Zeichen. Im Übrigen gelte: „Wir müssen unser eigenes Denken, Fühlen und Handeln öffnen“, forderte Vomberg.

Timur Bozkir, Leiter des Kommunalen Integrationszentrums bei der Städteregion, übernahm die Würdigung der einzelnen Preisträger. Das Familienzentrum „Purzelbaum“ an der Alten Rodung in Eschweiler-Pumpe habe sich beispielsweise verdient um die Integration von Flüchtlingskindern gemacht. Ein Aspekt, dem die Beschäftigten, Eltern und Kinder der Barbaraschule im gleichen Stadtteil nicht zuletzt durch Spielnachmittage sowie Elemente von Spiel und Tanz Leben und Gestalt geben.

Nicht minder deutlich drückte Bozkir seine Wertschätzung für „Frauen helfen Frauen“-Gründerin Mazeena Ismail und ihr Team aus: Kochkurse, Nachhilfe und interkulturelle Ausflüge seien die Eckpfeiler auf dem Weg zu einer besseren Verständigung.

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