Städteregion Aachen: Wechsel in der Geschäftsstelle des Paritätischen

Merete Menze nach 24 Jahren verabschiedet : Managerin mit Beharrlichkeit, Geduld und Humor

Ein Abschied und ein Neustart: Mit einer Feier auf Gut Hebscheid in Aachen hat der Paritätische in der Städteregion am Freitag seine langjährige Geschäftsführerin Merete Menze in den Ruhestand verabschiedet und ihre Nachfolgerin im Job, Manuela Aye, begrüßt.

Die 43-Jährige wird im September die Arbeit in der Geschäftsstelle aufnehmen. 24 Jahre lang war Merete Menze Geschäftsführerin des Paritätischen, zunächst in der Kreisgruppe Aachen-Kreis, mit der Gründung der Städteregion dann für Stadt und Altkreis Aachen. Die Zusammenführung der beiden Kreisgruppen hat sie maßgeblich gestaltet.

Ihrer Nachfolgerin übergibt Menze einen Wohlfahrtsverband mit 116 Mitgliedsorganisationen und Untergliederungen. Diese Organisationen reichen von der kleinen Elterninitiative bis zum großen Verband, von A wie Aachener Laienhelfer Initiative bis Z wie dem Integrationsbetrieb Zwischen Uns e.V. Der Paritätische vertritt in der Städteregion 94 Einrichtungen, 1760 Ehrenamtler und 3663 hauptamtlich Beschäftigte. So steht es im Jahresbericht 2018/19.

Viele Interessen kommen also unter dem großen Dach des Verbands zusammen. Merete Menze habe diese bunte Vielfalt all die Jahre mit Gelassenheit und Beharrlichtkeit, aber stets mit Herzblut und Humor gemanagt, so wurde ihr am Freitag gleich mehrfach bescheinigt. „Das war nicht einfach nur ein Job für Dich“, wandte sich etwa Vorstandsmitglied Prof. Gerd Ascheid an die scheidende Geschäftsführerin.

Zwei große Themen habe Menze im Gepäck gehabt, als sie 1995 beim Paritätischen anfing, blickte Landesgeschäftsführerin Andrea Büngeler zurück: Inklusion und Völkerverständigung. „Sie hatte die tiefe Überzeugung, dass alle die gleiche Chance auf Entfaltung haben sollten.“ Merete Menze habe sich für Menschen mit Handicap engagiert und für die Stärkung der Selbsthilfe gekämpft, sagte Büngeler, „und immer mit Blick auf die Region“.

Sorgen um die Finanzen

Inmitten vieler Lobesworte und gemeinsamer Erinnerungen gab es aber auch kritische Töne. Mit großer Sorge, so die Landesgeschäftsführerin, betrachte man Überlegungen in der Städteregion, wichtige Fördermittel für den Wohlfahrtsverband ersatzlos zu streichen. „Das würde die Aufkündigung einer bewährten Partnerschaft bedeuten“, warnte Büngeler.

„Wir brauchen die Unterstützung der Städteregion“, betonte die Vorsitzende der Kreisgruppe, Prof. Carmen Leicht-Scholten. Und Vorstandsmitglied Ascheid warnte vor einem „Riesenfehler“. Ein Dachverband, der eine Vielzahl von Mitgliedern organisatorisch, fachlich und betriebswirtschaftlich berate und begleite, werde auch künftig gebraucht. Noch ist das letzte Wort in der Angelegenheit aber nicht gesprochen, weitere Gespräche sollen folgen.

Die scheidende Geschäftsführerin schlug bei der Feier auch den Bogen zu den jungen Demonstranten von „Fridays für Future“. „Die Jugend konfrontiert uns mit unseren Fehlern“, sagt Merete Menze. Für sie steht fest: „Nachhaltigkeit mit Blick auf die sozialen Bedarfe müssen wir mehr in den Blick nehmen.“

Die neue Geschäftsführerin des Paritätischen kommt von der RWTH. Manuela Aye leitete dort die Stabsstelle Human Resources, Gender and Diversity Management. Der Paritätische ist für sie aber keineswegs Neuland. Bereits seit fünf Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich im Vorstand der Kreisgruppe.

Die Vielfalt der Mitgliedsorganisationen und die Chance, Prozesse zu moderieren, reize sie sehr, sagte die Sozialwissenschaftlerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Gesamtgesellschaftliche Teilhabe und Gerechtigkeit sieht sie als zentrale Wegmarken in der Arbeit des Paritätischen. Im „Neustart“ des Paritätischen mit der neuen Geschäftsführerin dürfte also auch eine große Portion Kontinuität stecken.

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