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Stadtreinigung Aachen sammelt 16 Tonnen Müll nach Karnevalszügen ein

„Dreckige“ Bilanz : Jecke hinterlassen mehr Müll als im vergangenen Jahr

Bei den Karnevalsumzügen in Aachen hat es in diesem Jahr mehr Müll gegeben als im vergangenen Jahr. Die Mitarbeiter der Stadtreinigung haben insgesamt 16 Tonnen Abfall nach den Zügen am Tulpensonntag und Rosenmontag eingesammelt. Das sind nach Mitteilung des städtischen Presseamtes rund vier Tonnen mehr als 2019.

Gerade noch liegen Bonbon-Papiere, Luftschlangen und zertretene Kamelle am Straßenrand, da fährt die Großkehrmaschine vorbei und schon ist der Karnevalszug nur noch zu erahnen – wenige Minuten, nachdem Prinz und Hofstaat vorüber gezogen sind. Die letzte Gruppe der beiden großen Karnevalszüge in Aachen an Tulpensonntag und Rosenmontag sind traditionsgemäß die „Orangenen Funken“, wie die Kolonne der Aachener Stadtreinigung bei Karnevalisten genannt werden. Mit Klein- und Großkehrmaschinen, Pritschenfahrzeugen, Abfallsammelfahrzeugen, Werkstattwagen und natürlich zu Fuß waren an den beiden Tagen mehr als 150 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Einsatz.

„Wir hatten dieses Jahr besonders viel zu tun“, sagt Dieter Bohn, Bereichsleiter Stadtreinigung. „Es gab wahnsinnig viel Verpackungsmüll, das war sehr auffällig.“ Durch den Wind sei das leichte Material besonders stark durch die Straßen gewirbelt worden. „Wir waren deshalb mehr als eine halbe Stunde länger im Einsatz als in den vergangenen Jahren“, sagt Bohn und erklärt: „Wir mussten viel mit der Hand einsammeln. Bei dem leichten Material ist das sehr aufwändig.“

Neben dem Verpackungsmaterial waren in diesem Jahr Glasscherben ein zusätzliches Problem. Unzählige leere Bier- und Sektflaschen standen an den Straßenrändern. „Da bitten wir die Besucherinnen und Besucher eindringlich, diese mitzunehmen und entsprechend zu entsorgen“, appelliert Dieter Bohn.

Vorbereitungen seit Dezember

Insgesamt sind nach den Umzügen an Tulpensonntag und Rosenmontag 16 Tonnen Abfall zusammengekommen und damit rund vier Tonnen mehr als im vergangenen Jahr. „Das ist eine sehr hohe Zahl“, sagt Dieter Bohn, „auch wenn man bedenkt, dass Verpackungsmaterial kaum etwas wiegt.“

Seit Dezember haben Dieter Lennartz, Geschäftsbereichsleiter Abfallwirtschaft und Stadtreinigung, und Dieter Bohn den Einsatz beim Straßenkarneval geplant. Dazu gehört weit mehr als die Straßenreinigung nach dem Kinder- und Rosenmontagszug. Etwa viel Abstimmung im Vorfeld bei Sondergenehmigungen: „Wo findet wann welche Veranstaltung statt und muss der Aachener Stadtbetrieb dort Aufgaben übernehmen“, ist dabei stets die Fragestellung. Schließlich müssen von der Stadtreinigung des Stadtbetriebs alle Veranstaltungsorte betreut werden

Und so herrscht ab Weiberfastnacht in der Abteilung des Stadtbetriebs höchste Aufmerksamkeit, denn das närrische Treiben bedeutet auch jede Menge Arbeit. „An den Karnevalstagen brauche ich alle“, sagt Bohn. Auch die Bereichs- und Abteilungsleiter packen mit an.

In einem großen Funknetz sind ist die Stadtreinigung auch mit den Einsatzkräften der Polizei und mit den Hilfstruppen der Verkehrskadetten verbunden, die den Reinigungstrupps den Rücken freihalten. „Für uns alle ist es selbstverständlich, dass kein Tropfen Alkohol im Spiel ist, auch nicht am Vorabend“, erzählt Dieter Bohn. „Das wäre viel zu gefährlich mit all den Fahrzeugen und Maschinen.“

Doch bei aller Schwierigkeit – die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen freuen sich nach Mitteilung des städtischen Presseamtes auch auf ihren besonderen Einsatz an Karneval. Während alle anderen feiern und sie arbeiten, bekommen sie auch schon mal das ein oder andere nette Wort zu hören. Dieter Bohn: „Da bekommen wir die Anerkennung für das ganze Jahr.“

(red)