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Stadtpuppenbühne „Öcher Schängche“ startet in neue Spielzeit

Das Schängche : Der Teufel ist am Sonntag zu Gast

Die Stadtpuppenbühne „Öcher Schängche“ startet mit der Teufelssage in die neue Spielzeit. Das Programm verspricht viel Abwechslung für junge und ältere Freunde der Aachener Mundart.

Seit 98 Jahren hält die Stadtpuppenbühne „Öcher Schängche“ nun schon ihre Tradition aufrecht, die jungen und alten Öcher mit Märchen und Sagen zu unterhalten. Fünf Aachener Bürger hatten seinerzeit den Grundstein für ein heute fast einmaliges Theater gelegt, denn neben dem „Hänneschen Theater“ in Köln existiert in ganz Deutschland kein vergleichbar altes und traditionsreiches Puppentheater.

„Die Gründer unseres Theaters haben das Öcher Schängche als Marionettenbühne bezeichnet. Warum, weiß man nicht genau, denn eigentlich wird hier schon immer mit Stabpuppen gespielt“, erzählt Otto Trebels, der in diesem Monat seit 30 Jahren künstlerischer Leiter des Theaters ist. Möglicherweise wollten sich Trebels Vorgänger damals auch begrifflich von den Kölnern unterscheiden, denn um ihre eigene Tradition zu schaffen, haben die Aachener Gründer so einiges vom Theater der Nachbarn abgewandelt.

„Die Puppen in Köln haben große Köpfe und kleine Körper. Außerdem können sie einzelne Gelenke, wie die Hände, nicht gezielt bewegen“ so Trebels. Er hat dank des sogenannten „goldenen Schnitts“ Puppen zur Hand, deren Proportionen übereinstimmen und die sich sowohl die Hände geben als auch den Kopf schütteln können. Wer so einer Puppe zum Leben erwecken möchte, muss jahrelang üben. Trebels Kollege Peter Reuters spielt seit offiziell 37 Jahren „das Schängche“ –  in jedem Stück.

Die Pflege der Heimatsprache „Oecher Platt“ und das Nahebringen der Sagen sind nach Trebels wichtige kulturelle Aufgaben der Bühne. Sie unterhält von Jahr zu Jahr die jungen und auch die alten Aachener mit vielseitigen Stücken, bei denen der Anteil der Aachener Mundart immer um die 40 Prozent beträgt. Der Spielplan ist auch in der nun beginnenden Spielzeit vielfältig und läßt für Klein und Groß keine Wünsche offen.  Am Sonntag, 29. September, ist Premiere mit „Der Teufel in Aachen“.

Tradition ist eben Tradition und so gehört das Stück genauso zur Puppenbühne, wie der Teufel zu den Sagen oder die Printen zu Aachen. Aus genau diesem Grund darf auch eine Geschichte über das leckere Gebäck in dem diesjährigen Spielplan nicht fehlen.

Die Weihnachtszeit und somit die Lust zum Naschen naht, wenn die zwei Eintakter „De Düvelskess“ und „die verhexten Printen“ ab dem 13. Oktober ihren Weg auf die Bühne finden.

Am 17. November wird dann mit dem „Froschkönig“ die Weihnachtszeit eingeläutet. Ab dem 9. Februar wird „Schängchen und der Flaschengeist“ für alle Kinder aufgeführt. Die Spielzeit mit den Kinderstücken endet am 5. April mit dem Märchen „Die goldene Gans“.

Auch zum traditionellen Repertoire gehören sogenannte „Erwachsenenstücke“, bei denen der Anteil des „Oecher Platt“ höher ist. Otto Trebels hat sich von Josef Kesselrings Krimi „Arsen und Spitzenhäubchen“ inspirieren lassen und es in das von ihm benannte Puppenspiel „Wat es laus beij Pirlapong“ umgeschrieben (Premiere am 7. November).

Enden wird die Spielzeit für die Erwachsenen mit etwas klassischem: Das Ensemble inszeniert nach Will Hermanns „Doktor Fausts Höllenfahrt“ jeweils Donnerstags am 2. April, 7. Mai und 4. Juni 2020.