Aachen: Stadtneurotiker betritt die Aachener Bühne

Aachen: Stadtneurotiker betritt die Aachener Bühne

„Nasser Tag heute — Sprühregen, oder sollte man sagen Nieselregen?...“ — Es sind eher ungelenke Versuche des Unbekannten, ein Gespräch mit dem erfolgreichen Drehbuchautoren Jim zu beginnen. Der hat dafür eigentlich auch gar kein Ohr, denn er wartet auf seine Verabredung Und der Unbekannte, der sich ihm als Fred vorstellt, ist Jim ohnehin nicht geheuer.

Schlimmer noch, er behauptet, Jim habe ihm die Idee zum letzten Drehbuch geklaut.

„Riverside Drive“ in New York, am Hudson River, ist der Ort, an dem sich die beiden Protagonisten begegnen und zugleich der Titel des Theaterstücks von Woody Allen, mit dem das Blackout-Theater in der Regie von Thorsten Fröhling jetzt im Theater 99 Premiere feierte. Es ist einer von drei Einaktern, die Woody Allen zum Band „Central Park West“ zusammenfasste. Wer vor allem das filmische Werk Allens kennt, wird auch in dem Theaterstück vieles wiederfinden, das vertraut anmutet: Die auf den ersten Blick fast ein wenig unscheinbare Hauptfigur Jim, die sich immer tiefer in die skurrile Gedankenwelt Freds verstrickt. Der feinsinnige, zuweilen schwarze Humor, den Allen in seinen Dialogen aufblitzen lässt. Und natürlich der Handlungsort — seine Heimatstadt New York.

Für das Blackout-Theater ist „Riverside Drive“ die 18. Produktion. „Wir haben das Stück als Ensemble angelesen und es hat uns alle angesprochen“, erzählt Fröhling. Seit 1994 besteht das Amateur-Theaterensemble in Aachen. Hervorgegangen ist es aus einer Schultheatergruppe. „Es war ein wichtiger Antrieb, den Kontakt über das gemeinsame Hobby aufrechtzuerhalten“, sagt Fröhling. „Neue Gesichter sind aber immer willkommen“, ergänzt er.

In der aktuellen Produktion sind Andreas Hugo in der Rolle des Fred und Christoph Hinse als Jim zu sehen. Karin Jager spielt Barbara, Jims Verabredung. Allen Schauspielern gelingt es, ihre Rollen mit Leben zu erfüllen: allen voran Alexander Hugo als exzentrisch-psychotischer Fred und Christoph Hinse als verklemmt-neurotischer Jim, der ein wenig an die Figuren erinnert, die Woody Allen in seinen Filmen selbst verkörpert. „Beide Männer sind jeder auf seine Weise besonders. Das galt es, herauszuarbeiten. Bei der schillernden Figur des Fred besteht die Gefahr, dass er die Szenerie dominiert, das habe ich versucht, zu vermeiden“, beschreibt Thomas Fröhling die Herausforderung bei diesem Stück. Über weite Teile des etwa 90-minütigen Einakters ist ihm das sehr gut gelungen. Überzeugend ist auch Karin Jager als abservierte Geliebte. Dass das Ensemble bereits über Jahre miteinander spielt, sorge für eine besondere Chemie, erzählt Fröhling. „Ich bin sicher, dass unser Publikum das auch spürt.“

Weitere Vorstellungen gibt es am Freitag, 13. März, 20 Uhr, Samstag, 14. März, 20 Uhr, Sonntag, 15. März, 19 Uhr, Freitag, 17. April, 20 Uhr, Samstag, 18. April, 20 Uhr, Sonntag, 19. April, 19 Uhr, sowie Samstag, 25. April, 20 Uhr, und Sonntag, 26. April, 19 Uhr.

Alle Aufführungen finden im Theater 99, Gasborn 9-11 statt. Eintrittskarten zu 12,-, ermäßigt 10,- Euro gibt es an der Abendkasse, im Vorverkauf im Mediastore des Aachener Zeitungsverlags, Großkölnstraße 56. Telefonische Reservierung unter 0241/27458.