Aachen: Stadtmeisterschaft: Couragierte Außenseiter raus mit Applaus

Aachen: Stadtmeisterschaft: Couragierte Außenseiter raus mit Applaus

Das Wochenende im gut besuchten Sportpark am Kitzenhausweg beim FC Inde Hahn stand ganz im Zeichen von Spreu und Weizen. Selbige sollten sich nach Vorstellung der Favoriten im Achtelfinale möglichst ohne Überraschung voneinander trennen, so dass die vermeintlich besseren Mannschaften im Viertelfinale der Fußball-Stadtmeisterschaft um den Sparkassen-Cup unter sich sein würden.

Im ersten Spiel am Samstag war allerdings kein Favorit erkennbar. Eintracht Verlautenheide stand dem Team von Grün-Weiß Lichtenbusch auf Augenhöhe gegenüber. Die 2:0 Pausenführung für Verlautenheide glich Lichtenbusch in der zweiten Halbzeit aus. Die Eintracht ging erneut in Führung, um schlussendlich doch noch den Ausgleich hinzunehmen und im notwendigen Elfmeterschießen das glücklichere Ende für sich zu beanspruchen — mit 9:8. Hertha Walheim hingegen räumte im Vergleich mit dem VfJ Laurensberg von Beginn an alle Bedenken aus dem Weg und sicherte sich einen ungefährdeten 9:0 Sieg und den erwarteten Platz im Viertelfinale.

Hier behält Laurensbergs Keeper Christian Schomakers die Oberhand: Genutzt hat es nicht viel, denn die Laurensberger unterlagen Hertha Walheim klar mit 0:9. Foto: Kurt Bauer

Anschließend konnte man in Hahn das Modell Island bewundern: Waren die Inseleuropäer bei der Europameisterschaft noch mit zehn Prozent der Bevölkerung vor Ort in Frankreich, so setzten die Hahner am Samstagabend neue Maßstäbe. Das Stadion war sehr gut gefüllt, das Spiel gegen den Burtscheider TV war die erste Vorstellung des neuen Mittelrheinli-ga-Kaders auf eigenem Geläuf. Die Spannung im Vorfeld war entsprechend groß, die meisten Häuser im Ort waren verwaist. Trainer Oliver Heinrichs verabschiedete vor dem Spiel seinen langjährigen Co-Trainer Bernd Wesemann, der im Anschluss aber genauso überrascht dreinschaute wie die Zuschauer, als der Kreisligist zur Halbzeit 3:2 führte.

Knappe Angelegenheit: Die DJK FV Haaren (gelb) setze sich gegen FV Vaalserquartier erst nach Elfmeterschießen durch.

Der letztlich verdiente 6:3- Sieg der Hahner war Ergebnis eines in der zweiten Halbzeit deutlich erhöhten Engagements bei Hahn und nachlassender Kräfte auf Seiten der Burtscheider. Die Spieler des BTV konnten den Platz hoch erhobenen Hauptes verlassen. Sie hatten eine nachhaltige Visitenkarte beim Mittelrheinligisten abgegeben.

Bezirksliga-Aufsteiger Raspo Brand eröffnete den sonntäglichen Reigen der restlichen drei Achtelfinalpartien mit dem Spiel gegen den VfR Forst. Die Forster hatten das Aufwärmprogramm deutlich effektiver absolviert, nach vier Minuten bereits erzielte Yilmaz das 1:0 für den VfR. Nach dem Ausgleich in der 25. Minute durch Pietsch konnte sich bis zur Halbzeit keine Mannschaft nennenswerte Vorteile erspielen, das Unentschieden hatte Bestand.

In der zweiten Halbzeit wurde die Temperatur im Spiel von den Protagonisten hochgefahren, der Schiedsrichter rückte mit seinen nicht immer glücklichen Entscheidungen in den Fokus. Raspo wurde durch eine gelb-rote Karte dezimiert, Forst konnte aus dieser Tatsache aber kein Kapital schlagen. Der Bezirksligist erkämpfte sich die Kontrolle zurück, ein Kopfball von Hesse brachte die verdiente Brander Führung. Dann kam es zu einem unschönen Eklat: Nach einem harten Zweikampf, bei dem ein Brander einen Forster „fällte“, schlug der Gefoulte zu.

Vom Platz gestellt wurden schließlich beide Spieler, sodass beide Mannschaften auf je einen weiteren Spieler verzichten, es wurde also übersichtlich auf dem Platz. Das 2:1 für Raspo hatte Bestand, das Viertelfinale gegen Inde Hahn war erreicht. Im folgenden Duell zwischen der DJK FV Haaren und FV Vaalserquartier sahen die Zuschauer einen ausgeglichenen Verlauf mit unentschiedenem Ausgang, das 1:1 nach 90 Minuten machte eine Entscheidung vom Elfmeterpunkt notwendig. Vaalserquartier konnte keinen Strafstoß verwandeln, nach drei Schützen stand die DJK FV Haaren als Teilnehmer am Viertelfinale fest.

Im letzten Achtelfinale gab die Zweitvertretung von Alemannia Aachen im Spiel gegen den besten Gruppenzweiten, D-Ligist Schwarz-Rot Aachen, ihre Visitenkarte in Hahn ab. Bestückt mit vielen jungen Spielern, verfügte Aachen über die Feldhoheit, ohne Zählbares vorweisen zu können. Der Halbzeitstand von 0:0 zeugte auch von einer couragierten Leistung des Außenseiters. Die Kräfte der Spieler von der Breslauer Straße waren aber nach der Pause schnell verbraucht, die Mannschaft von Trainer Moses Sichone gewann am Ende verdient mit 6:0. Schwarz-Rot war raus mit Applaus.

Die Favoriten setzten sich also im Achtelfinale ausnahmslos durch, im Viertelfinale warten interessante Begegnungen auf die Zuschauer.

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