Schädlingsbefall: Stadtbetrieb bekämpft Problem-Raupen in der Soers

Schädlingsbefall : Stadtbetrieb bekämpft Problem-Raupen in der Soers

Einsatz für den Stadtbetrieb in der Soers: Sechs Bäume waren vom Eichenprozessionsspinner befallen. Am Donnerstag haben städtischen Mitarbeiter die Tierchen mit Industriestaubsaugern entfernt.

Nach Angaben der Stadtverwaltung waren sechs Bäume am Eulersweg von der Raupe, die beim Menschen starken Juckreiz auslösen kann, betroffen. Mit spezieller Schutzkleidung und Industriestaubsaugern rückten Mitarbeiter des Stadtbetriebs den Eichenprozessionsspinnern zu Leibe. Nachmittags war dann alles unter Kontrolle, von städtischer Seite gab es Entwarnung.

„Der Stadtbetrieb verfügt über die entsprechende Ausrüstung und die Kollegen haben eine spezielle Weiterbildung für diese Einsätze bekommen“, berichtet Harald Beckers vom städtischen Presseamt. Die Meldung der Vorfälle, meist sieht man die Raupengespinste in den Bäumen, erfolge in der Regel durch das Ordnungsamt oder auch durch Kräfte der Polizei.

Der Eichenprozessionsspinner ist klein, aber nicht ohne: Die Raupen sind übersäht von mehreren hunderttausend Brennhärchen. Kommen Menschen mit diesen Härchen in Kontakt, treten Juckreiz, Quaddeln oder Hautausschläge auf. Werden die Härchen eingeatmet, kann es sogar zu Atembeschwerden kommen. Gelangen sie ins Auge, ist oft eine Bindehautentzündung die Folge. Auch Schwindel, Übelkeit, Fieber oder Schüttelfrost wurden beschrieben. Die Symptome treten oft erst über Nacht auf.

Bei Atemproblemen gleich zum Arzt

Fachleute empfehlen als erste Hilfe bei Hautkontakt kühle Umschläge. Bei starkem Juckreiz können rezeptfreie Arzneimittel aus der Apotheke schnell helfen. „Ich empfehle meinen Patienten eine Creme oder Gel mit Kortison und zusätzlich Antihistaminika in Tablettenform", sagt Dr. Hannes Müller, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der Bundesapothekerkammer. Wenn Probleme beim Atmen oder im Auge auftreten, sei das aber kein Fall für die Selbstmedikation mehr. Dann verweisen Apotheker an einen Arzt. Die Krankheitsdauer liegt oft bei ein bis zwei Wochen.

In Aachen hat der Eichenprozessionsspinner schon für mehrere Einsätze des Stadtbetriebs gesorgt, wie das Presseamt erklärt. So gebe es in der Nähe von Horbach eine Stelle, an der die Tierchen immer wieder gesichtet werden. Auch in Laurensberg und Verlautenheide kam es schon zu Einsätzen – und jetzt eben auch am Eulersweg.

Meldung ans Ordnungsamt

Um sich zu schützen, sollte man befallene Bäume, oft Eichen (daher auch der Name), möglichst meiden. Nach einem Kontakt mit den Raupenhaaren sollte man duschen, sich die Haare waschen und am besten mit einem Haarfön trocknen. Die Kleidung sollte umgehend gewechselt und bei 60 Grad gewaschen werden. Auch Autos, die in der Nähe eines befallenen Baums standen, sollten sorgfältig innen und außen gereinigt werden.

Wer Eichenprozessionsspinner in Aachen sichtet, kann sich direkt ans Ordnungsamt wenden, das dann eine Beseitigung der Problemraupen schnell in die Wege leitet: Die Mitarbeiter sind unter Telefon 0241/432-2801 erreichbar.

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