Stadtbetrieb Aachen achtet künftig mehr auf Maximalgewicht der Tonnen

Strengere Kontrollen bei der Müllabholung : Stadtbetrieb guckt jetzt häufiger in die Tonne

In Sachen Müll wird die Stadt Aachen beziehungsweise der Stadtbetrieb in Zukunft etwas genauer hinschauen: Überfüllte oder falsch befüllte Abfallbehälter, so teilt die Stadt am Dienstag mit, werden ab Januar des kommenden Jahres nicht mehr eingesammelt. Auch der Sperrmüll wird in Zukunft strenger kontrolliert. Der Hintergrund dieser Änderungen, so heißt es aus der Pressestelle, ist Arbeitsschutz der städtischen Mitarbeiter.

„Wir haben rund 150 Müllwerker und Mülllader im Stadtbetrieb angestellt“, erklärt Elisa Bresser vom städtischen Presseamt auf Anfrage unserer Zeitung. Und von denen würden einige durch das Abholen von Müll krank: „Ein Drittel aller Krankheitsausfälle resultiert aus dem Ziehen und Schieben von großen und schweren Abfallsammelbehältern, dem Tragen von schweren Lasten“, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung.

Hinzu kämen aber auch Stolpern und Stürzen auf nicht trittsicheren Transportwegen und Standplätzen sowie auf schmalen Treppen und Rampen. Besonders beim sogenannten Vollservice, bei dem die Müllwerker des Stadtbetriebs die Tonnen aus dem Keller holen, habe sich die Belastung um ein Vielfaches erhöht, so die Stadt. Wie hoch der Krankenstand im Stadtbetrieb jedoch konkret ist, will man aus datenschutztechnischen Gründen lieber nicht sagen.

Nun soll gegengesteuert werden. Überfüllte Abfallbehälter, erklärt Elisa Bresser, werden künftig nicht mehr geleert. Überfüllt gilt eine Tonne dann, wenn sie das zulässige Gewicht überschreitet oder wenn sich der Deckel nicht mehr richtig schließen lässt. „Wenn die Tonnen so vollgestopft werden, landet beim Transport vom Haus bis zum Müllwagen häufig etwas auf der Straße“, so Bresser. Dieser Müll müsse wiederum durch die Straßenreinigung beseitigt werden.

Nicht mehr als 50 Kilogramm

Doch es geht nicht nur um das Müllvolumen, sondern vor allem auch um die Masse: Mehr als 50 Kilogramm darf eine Mülltonne nicht mehr wiegen, wenn sie beispielsweise in einem Keller in der Innenstadt stehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um 60-, 90- oder gar 120-Liter-Behälter handelt.

Mehr als 50 Kilogramm darf ein Abfallbehälter demnach nur noch dann wiegen, wenn die Strecke bis zum Müllwagen „ohne Stufen und ohne Rampen zurückzulegen“ ist. Wichtig sei auch: Wenn ein Müllwerker in Zukunft den Eindruck hat, dass eine Tonne zu schwer ist, weil vielleicht Abfälle darin liegen, die gar nicht reingehören, so kontaktiert er die Zentrale des Stadtbetriebs: „Wir sind gerade dabei, eine Waage anzuschaffen“, sagt Elisa Bresser. Mit dieser Wage würde dann ein Disponent zu dem entsprechenden Haushalt kommen, die Tonne wiegen und ein eventuelles Übergewicht notieren.

Und woher soll ein Bürger wissen, ob seine Tonne noch leicht genug ist? Elisa Bresser dazu: „Wer seine Restmülltonne ordnungsgemäß befüllt, wird das zulässige Gesamtgewicht nicht überschreiten.“ Zur Erinnerung: Bauschutt, Altglas oder Metall gehören nicht in den Restmüll. Nachleerungen, die durch den Benutzer verschuldet sind, kommen nur noch als gebührenpflichtige Nachleerung in Betracht, so die Stadt.

Deutlich strenger will die Verwaltung demnächst auch bei der Abholung von Sperrmüll sein: „Die Sperrgutabfuhr umfasst keine Entrümpelungen oder Haushaltsauflösungen“, betont die Stadt. Die Sperrgutmenge dürfe drei Kubikmeter je Abfuhrtermin auch nicht überschreiten. „Werden mehr sperrige Abfälle unangemeldet bereitgestellt, bleibt die Restmenge stehen“, stellt die Stadt klar. Auch hier argumentiert die Verwaltung, dass man zum Schutze der Mitarbeiter strenger agieren wolle.

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