Aachen: Stadt will Millionen in neue Büros stecken

Aachen : Stadt will Millionen in neue Büros stecken

Um die maroden Amtsgebäude am Adalbertsteinweg und in der Reumontstraße komplett zu ersetzen und räumliche Engpässe an anderen großen Verwaltungsstandorten zu beseitigen, will die Stadt klotzen, nicht kleckern. Und dabei denkt man im Rathaus auch nicht anders als der kleine Häuslebauer, der sich fragt: Ist es nicht besser, selber zu bauen als immer nur zu mieten?

Deshalb liegen nun Pläne auf dem Tisch, das Verwaltungsgebäude an der Lagerhausstraße gleich neben dem Hauptbahnhof in großem Stil zu erweitern. Über das Millionenprojekt — in der ersten Grobplanung ist je nach Variante von Kosten zwischen 22 und 26 Millionen Euro die Rede — berät der städtische Planungsausschuss am kommenden Donnerstag an Ort und Stelle: Das Gremium tagt immer in besagtem Verwaltungsgebäude. Und vorgesehen ist, dass die Politiker sofort eine Grundsatzentscheidung für die Erweiterung treffen.

Ausbaupläne: Das Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße soll am Haupteingang (großes Bild) aufgestockt werden und einen Anbau an der Zollamtstraße erhalten. Foto: Michael Jaspers

Doch das soll, wie Oberbürgermeister Marcel Philipp im Gespräch mit der AZ betont, noch längst nicht alles sein: „Wir müssen einen ganzheitlichen Blick entwickeln.“ Dazu gehöre mittelfristig unter anderem, den „Ansatz einer Zentralisierung der Verwaltungsstandorte entlang der Bahnhofsachse“ zu verfolgen. Und dazu gehöre, eine gute Mischung aus Investitionen und Anmietungen zu finden.

Denn die Erweiterung des Gebäudes an der Lagerhausstraße sei zu komplex, als dass man sich davon eine sehr schnelle Lösung der städtischen Raumnot versprechen könne. „Es geht nicht nur um einen Anbau, sondern um eine sinnvolle Verzahnung der Neubauten mit dem Altbau“, sagt Philipp. Die bisherige Grobplanung sieht vor, auf das Gelände der ehemaligen Paketpost an der Zollamt­straße, das seit langem im städtischen Besitz ist, einen Anbau zu setzen — so wie es im Übrigen vor Jahresfrist auch schon einmal die Grünen vorgeschlagen haben. An der dortigen Schnittstelle zwischen An- und Altbau soll dann ein neuer und deutlich attraktiverer Haupteingang geschaffen werden. Und auf den heutigen Eingang an der Lagerhausstraße will man draufsatteln. Dort soll ein Gebäuderiegel aufgesetzt werden.

Angesichts solcher Pläne sortiert der OB das Vorhaben auch eher in die Kategorie „langfristig“ ein. Frühestens 2023 wären die angepeilten gut 230 zusätzlichen Arbeitsplätze wohl fertig — und kämen damit als Ersatz für die maroden Standorte Adalbertsteinweg und Reumontstraße zu spät. „Denn da müssen wir in den nächsten zwei bis drei Jahren raus“, sagt Philipp.

Bleibt also das Mieten. Dafür hatte die Stadt ursprünglich das direkt am Hauptbahnhof geplante private Bauvorhaben „Blue Gate“ im Blick gehabt, doch war diese Option zuletzt fraglich geworden, weil sich das Projekt immer wieder verzögerte. Doch jetzt solle es dort, sagt der OB, „bald richtig vorangehen“. Es gebe in Sachen Baugenehmigung nur noch wenige Details zu klären. Und wenn „Blue Gate“, das neben Büros auch Studenten­appartments und ein Hotel vorsieht, in zweieinhalb Jahren steht, würde das prima passen. „Dann würden wir wohl zunächst einen Mietvertrag über fünf Jahre abschließen“, sagt der OB.

Und trotzdem daneben selber (an-)bauen. „Mit Investitionen haben wir uns in den letzten zehn Jahren sehr zurückgehalten“, sagt der Verwaltungschef der klammen Kommune Aachen. Nun gebe es aber die Überlegung, ob es nicht besser sei, „wieder selber zu investieren als immer nur zu mieten“. Im Rathaus wie beim Häuslebauer.

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