Laurensberg: Stadt mauert bei Gut Linde

Laurensberg: Stadt mauert bei Gut Linde

Um die Bedeutung des Baudenkmals Gut Linde zu untermauern, werden in der Nachbarschaft so schnell keine Fundamente mehr gelegt und Steine gestapelt.

Mit dem Erlass einer Veränderungssperre will die Stadtverwaltung verhindern, dass neben dem ehemaligen Gutshof (auch Haus Linde genannt) an der Laurentiusstraße ein dreigeschossiges Wohnhaus ­ - das dritte Geschoss als zurückgesetztes Staffelgeschoss - ­ gebaut wird. Eine entsprechende Bauanfrage westlich von Gut Linde, derzeit ein parkähnlicher Garten, liegt der Stadt vor. Wurde aber mit Verweis auf die Erstellung eines neuen Bebauungsplanes zunächst zurückgestellt.

Der neue Bebauungsplan A227 Laurentiusstraße/Laurentiushang will die Umgebung des Baudenkmals Gut Linde schützen, das Gebiet als hochwertiges Wohngebiet sichern und die zentralen Grünflächen und Sichtachsen auf den Gutshof sichern. Weil dieser Bebauungsplan aber bis Juli keine Rechtskraft erfahren wird und die Zurückstellung der Bauvoranfrage am 26. Juli ausläuft, drängt die Verwaltung zu der Veränderungssperre.

Für sie soll am 30. März zunächst die Bezirksvertretung Richterich und später dann am 14. April der Planungsausschuss stimmen. „Zur Sicherung der Bauleitplanung und zur rechtssicheren Ablehnung des Bauvorhabens”, wie es in der Vorlage der Verwaltung für die Politiker heißt.

Es ist ein sensibler städtebaulicher Bereich an der Laurentius-straße. Widerstand hatte sich gegen die Pläne für das Sandhäuschen und das Gut Barriere geregt, in Sachen Gut Linde geht es nun ­ - anders als in den anderen Fällen - ­ darum, den Charakter des Gebäudes zu bewahren.

„Mit der zunehmenden Verdichtung übernahm Laurensberg wegen seiner ruhigen ländlichen Lage eine Wohnfunktion für die Stadt Aachen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass in unmittelbarer Nähe der für Laurensberg prägenden Hofanlage ein Freiraum erhalten bleibt”, steht in einer Erläuterung. Und: „Diesen Freiraum zu erhalten, bedeutet, das Denkmal in seiner bisherigen Funktion als Merkmal einer ländlichen Architektur zu behalten.” Dem möglichen Bauherrn wird das freilich nicht gefallen.

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