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Stadt, Klinikum und Feuerwehr richten Institut für Rettungsmedizin ein

Schulterschluss für das Rettungswesen : Wichtiger Schritt für optimale Hilfe im Notfall

Praxisnah soll es sein, nah am Patienten und besonders effektiv in der Anwendung moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden: Nicht von ungefähr ist der taufrische Kooperationsvertrag zur Einrichtung des „Aachener Instituts für Rettungsmedizin und zivile Sicherheit“ (ARS) am Dienstag unmittelbar „vor Ort“, nämlich in der Wagenhalle der Feuerwehr-Zentrale an der Stolberger Straße unterzeichnet worden.

Mitten im prädestinierten Ambiente zwischen Rettungsfahrzeugen und Brandschutzhelmen besiegelten Professor Dr. Thomas H. Ittel, Vorstandsvorsitzender des Uniklinikums Aachen, und der städtische Beigeordnete Dr. Markus Kremer das neue Bündnis von Stadt, Klinikum und Feuerwehr nun auch per Federstrich.

„Nach der erfolgreichen Einführung des Telenotarzt-Modells, das inzwischen bundesweiten Modellcharakter besitzt, gehen wir damit den nächsten Schritt zur sogenannten prähospitalen Versorgung in akuten Notfällen“, unterstrich Kremer anlässlich des offiziellen Schulterschlusses, dem neben Feuerwehrchef Jürgen Wolff auch Professor Dr. Rolf Rossaint, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Dr. Jörg Christian Brokmann, Leiter der Notaufnahme im Uniklinikum, sowie der Chef des städtischen Rettungsdienstes, Dr. Stefan Beckers, beiwohnten. Beckers steht als frisch gebackener Leiter der Einrichtung nun vor der nächsten großen Herausforderung, wenn es darum geht, zukunftsweisende Strukturen bei der Notfall- und Katastrophenhilfe zu schaffen.

„Mit dem neuen Institut wollen wir – wie schon beim ,Telenotarzt‘ – modernste digitale Technik und medizinische Expertise zugleich buchstäblich auf die Straße bringen“, erläuterte Wolff. Damit trügen Stadt und Uniklinik jüngsten Konzepten der Landesregierung zur zeitnahen Etablierung des sogenannten „virtuellen Krankenhauses“ Rechnung, betonte Ittel. Wesentliches Ziel ist es dabei, ein engmaschiges Notfall-Netzwerk in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Ingenieuren, EDV-Spezialisten, Ärzten, Sanitätern und Psychologen aufzubauen. So konnte das ARS bereits diverse Drittmittel einwerben, darunter Fördergelder des Bundes für das Projekt „Virtual Disaster“. Dabei sollen Drohnen eingesetzt werden, die etwa schwer zugängliche Einsatzgebiete aktuell per Kamera erfassen, um gezielte Rettungsmaßnahmen vorzubereiten. „Wir sind überzeugt, dass wir mit dem ARS die Patientenversorgung im Sinne des jüngst beschlossenen neuen Rettungsdienstbedarfsplans noch erheblich verbessern können“, betonte Kremer nicht ohne Hinweis auf die letzte formale Instanz in Sachen Institutsgründung: In Kürze soll der Stadtrat der Realisierung auch die politische „Approbation“ erteilen.