Stadt Aachen will Stabsstelle zur Unterstützung der Club-Szene schaffen

Aachens Nachtleben : Ein „Kümmerer“ soll die Club-Szene unterstützen

Im mittlerweile dritten Anlauf zur Schaffung einer zentralen städtischen Position zur Förderung der Club-Szene zeichnet sich ein Durchbruch ab. Die Politik will nun eine Art Lotsen-Stelle in der Verwaltung schaffen, um die Party- und Kulturszene zu unterstützen.

Wie hält die Stadt die Balance bei der Gratwanderung zwischen Kunst und Kommerz? Die Frage stand in der jüngsten Sitzung des städtischen Kulturausschusses einmal mehr auf der Tagesordnung. Dabei war zumindest eine mögliche Antwort im Ringen um die sogenannte Club-Szene in Aachen bereits im Februar 2012 einem Ratsantrag der SPD zu entnehmen: Während in den vergangenen Jahren diverse prominente Plattformen für Partys und Musik – wie der Jakobshof, der Malteserkeller und das Aoxomoxoa – aus verschiedenen Gründen dichtmachen beziehungsweise ihre Schließung ankündigen mussten, schlugen die Sozialdemokraten vor, eine Art zentrale Schaltstelle in der Verwaltung einzurichten, um einschlägige Initiativen zu unterstützen.

Der Vorstoß verlief im Sande – obwohl sich etliche Kulturschaffende – unter anderem mit der Aktion „Macht mal Lärm“ – immer wieder zu Wort meldeten, um die Politik zu bewegen, neue Angebote zur Förderung unabhängiger Einrichtungen zu entwickeln. Nun aber soll ein solcher „Lotse“, andernorts auch „Nachtbürgermeister“ genannt, umgehend gesucht und gefunden werden.

Denn spätestens nach dem gerichtlichen Konflikt um den Lärmschutz am Musikbunker und auch angesichts der jüngsten Alarmrufe seitens des Kingz Corner geriet das Problem erneut in den Fokus. Inzwischen haben wieder mehrere Gespräche zwischen Vertretern aus Politik und Verwaltung, Gastronomen und Künstlern stattgefunden, um weitere Möglichkeiten zur Förderung und zum Erhalt der „Club-Vielfalt“ auszuloten. Tatsächlich wurde für das Kingz Corner rasch eine Lösung gefunden – was allerdings auch damit zusammenhängt, dass die Einrichtung in der Königstraße offiziell als Jugendhilfeeinrichtung anerkannt ist, wie Kulturdezernentin Susanne Schwier im Ausschuss nachdrücklich betonte.

Ende April starteten die Grünen einen zweiten Anlauf, den „Erhalt der Clubvielfalt“ auf die Agenda des Stadtrats zu setzen. Zunächst ohne Erfolg. Das Dilemma: In der Regel werden die einschlägigen Etablissements wie Kneipen und Diskotheken naturgemäß privatwirtschaftlich betrieben. Mit dieser Begründung lehnte die SPD, ebenso wie CDU und FDP, den Antrag prompt ab. Nun aber erfolgte die Kehrtwende: Einmütig wurde die Verwaltung beauftragt, die Stelle eines sogenannten „Kümmerers“ zu installieren. Damit könnten die vielfältigen Aspekte in einer Art Schnittstelle zwischen Ordnungsamt, Kulturbetrieb und Wirtschaftsförderung gebündelt werden. Ein zentraler Ansprechpartner stünde, ähnlich wie seit einigen Monaten im Zusammenhang mit der Situation am Bushof, dauerhaft zur Verfügung.

Jetzt soll geklärt werden, wer die Position des „Lotsen“, andernorts auch „Nachtbürgermeister“ genannt, übernehmen könnte – und: wie und wo genau sie in der städtischen Verwaltung angesiedelt werden soll.

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