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Stadt Aachen und NetAachen unterzeichnen Absichtserklärung

Internetausbau in Aachen : Jetzt geht es den weißen Flecken an den Kragen

Weiße Flecken auf der Landkarte: In Sachen Breitbandausbau gehören sie in Aachen noch nicht der Vergangenheit an. Aber bald, wenn es nach dem Willen der Stadtverwaltung und dem Internetanbieter NetAachen geht. Dazu hoffen sie auf finanzielle Hilfe von Bund und Land.

„Aachen ist eine gut versorgte Stadt, was das Thema Internet angeht, doch wir haben leider noch einige weiße Flecken auf unserer Landkarte“, sagt Marcel Philipp, Oberbürgermeister der Stadt Aachen, am Freitag. Das soll sich bald ändern, und darum hat Philipp einen „Letter of Intent“ unterschrieben, eine Absichtserklärung, mit der die Stadtverwaltung und der Internetanbieter NetAachen ihre Bereitschaft erklären, diese weißen Flecken verschwinden zu lassen. Sieben Millionen Euro von Stadt, Bund und Land werden dafür in die Hand genommen. Aber warum muss man dafür zunächst eine Absichtserklärung unterschreiben?

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadt Aachen von Bund und Land vorläufige Zusagen auf Fördermittel erhalten, um die bisher noch in Sachen „Breitband“ unterversorgten Gebiete mit Glasfaseranschlüssen zu erschließen. Vorläufig. „Nun ist das Vergabeverfahren weitgehend beendet“, erklärt Dieter Begass; Leiter des Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft und Europa. Und die Stadt beauftrage NetAachen als Gewinner der europaweiten Ausschreibung mit dem Ausbau der betroffenen Gebiete. Im nächsten Schritt beabsichtige die Verwaltung, gemeinsam mit NetAachen und auf Grundlage der bereits laufenden Feinplanung, die Förderanträge zu konkretisieren. Ziel ist es, noch im laufenden Quartal die endgültigen Bewilligungen von Bund und Land als Grundlage für den offiziellen Projektstart zu erhalten.

90 Kilometer Kabel

Und dann soll es auch schon losgehen mit dem Ausbau, erläutert Andreas Schneider, Geschäftsführer NetAachen: „Wir müssen 90 Kilometer Kabel verlegen, um die letzten 1000 Aachener Haushalte mit Glasfaser zu versorgen.“ Hinzu kämen noch öffentliche Gebäude wie beispielsweise Schulen. „Den Anfang machen wir in Seffent und Lemiers, also im Norden und im Westen der Stadt“, so Schneider. Mit besonderer Priorität sollen außerdem diejenigen Schulen versorgt werden, die bisher nicht oder nur dürftig angebunden waren. Generell seien die letzten „weißen Flecken“ aber im ganzen Stadtgebiet verteilt. Zwei Jahre, so schätzt der Fachmann, werde es dauern.

Neben dem Baggern ist ein großer Baustein noch, alle betroffenen Hauseigentümer von dem Vorhaben zu überzeugen. „Ich brauche natürlich die Einverständniserklärung eines Hausbesitzers, bevor ich ein Kabel in sein Haus lege“, sagt Schneider. In den kommenden Wochen wollen er und seine Mitarbeiter verstärkt Menschen in den betroffenen Gebieten ansprechen und über ihr Vorhaben aufklären. Das können neben Hausbesitzern auch Mieter sein, die dann ihren Vermieter ansprechen können.

Auf den ersten rollenden Bagger freut sich auch schon der städtische Breitbandkoordinator Jens de Vries. „Wir haben bereits einen zwei Jahre andauernden Prozess hinter uns“, sagt er. Viele Menschen hätten sich gefragt, warum es so lange dauere, bevor die Stadt mit dem Ausbau beginne. Die Antwort ist simpel: jede Menge Papierkram. „Aber wenn das alles geschafft ist, ist Aachen eine der ersten deutschen Großstädte mit 100 Prozent Breitbandversorgung“, sagt de Vries.

Und auch dann, wenn der Glasfaserausbau in zwei Jahren abgeschlossen ist, sind Verwaltung und NetAachen mit ihren Plänen noch nicht am Ende: „Wir wollen die Stadt auf 5G-Niveau bringen“, sagt Marcel Philipp. Unter anderem für autonom fahrende Fahrzeuge oder auch für große Datenmengen in der Industrie sei die neue Technologie eine wichtige Voraussetzung.