Stadt Aachen sucht für die Europawahl noch Wahlhelfer

Europawahl : Schon 31.700 Aachener haben per Briefwahl abgestimmt

Ein paar zusätzliche helfende Hände könnten nicht schaden. Fürs „ruhige Gewissen“, wie es Rita Klösges vom städtischen Presseamt ausdrückt. Damit bei der Europawahl am 26. Mai auch dann alles glatt läuft, wenn kurzfristig doch noch einige Wahlhelfer erkranken oder aus anderen Gründen plötzlich ausfallen sollten.

Gut anderthalb Wochen vor der Wahl haben sich nach Angaben der Stadt mehr als 1000 Wahlhelfer bereiterklärt, ihren Sonntag in den Dienst der Demokratie zu stellen. Gesucht werden insgesamt 1500. „Zwischen 100 und 200“ weitere Unterstützer wären als „Sicherheitspolster“ also noch gern gesehen, sagt Klösges, die jedoch im gleichen Atemzug betont: „Die Wahl ist in Aachen nicht gefährdet.“

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass abermals jemand als „Gewinner“ hervorgehen könnte, der gar nicht auf dem knapp einen Meter langen Wahlzettel steht: die Briefwahl. Bis Montagmittag hatten 31.700 Aachener einen Antrag gestellt, per Brief ihre Stimme abzugeben. Tendenz steigend. Wahlberechtigt sind in der Stadt Aachen insgesamt 177.000 Menschen. Die entsprechenden Benachrichtigungen sollten mittlerweile alle angekommen sein. Ist dies nicht der Fall, empfiehlt die Stadt, Kontakt zum Fachbereich Wahlen (Telefon 432-1609) aufzunehmen, um zu klären, ob die Angaben im Wählerverzeichnis korrekt sind. Allerdings gilt: Auch ohne Wahlbenachrichtigung kann man seine Stimme abgeben. Am Wahltag muss lediglich der Personalausweis vorgelegt werden.

Wer dem allgemeinen Trend folgen und die Briefwahlquote weiter in die Höhe schnellen lassen will, kann die entsprechenden Unterlagen noch bis einschließlich Freitag, 24. Mai, 18 Uhr, beantragen. Möglich ist das per Post mit der Wahlbenachrichtigung, übers Internet oder persönlich im Bereich Wahlen Aachen-Mitte am Blücherplatz und in einem der sechs Bezirksämtern der Stadt. Diese Wahlstellen bieten am 24. Mai verlängerte Öffnungszeiten bis 18 Uhr an.

Knapp ein Meter lang: Jeder Wahlberechtigte hat nur eine Stimme. Foto: ZVA/Harald Krömer

Damit das Kreuz auf den Briefwahlunterlagen am Wahlsonntag auch wirklich zählt, sollte man auf jeden Fall ausreichend Zeit für den Postversand einplanen. Deshalb ist die Online-Beantragung zum Beispiel nur bis einschließlich Mittwoch, 22. Mai, möglich. Auch wer auf postalischem Weg die Briefwahlunterlagen beantragen will, sollte dies spätestens bis zu diesem Stichtag erledigt haben.

Ganz wichtig ist: Wer einmal Briefwahl beantragt hat, kann sich nicht spontan umentscheiden, um am Wahlsonntag in seinem Wahllokal das Kreuz neben einer der 40 Parteien zu setzen. Um eine doppelte Wahl zu verhindern, wird nämlich ein entsprechender Sperrvermerk im Wählerverzeichnis eingetragen. Nur dem, der glaubhaft versichert, dass ihm der beantragte Wahlschein nicht zugegangen ist, kann bis zum Tag vor der Wahl, also bis Samstag, 25. Mai, 12 Uhr, ein neuer Wahlschein ausgestellt werden. Am Wahlsonntag selbst ist das in der Regel nicht mehr möglich. Dieser Umstand hatte in der Vergangenheit immer mal wieder für Verärgerung bei Aachenern geführt, denen aus diesem Grund der Gang zur Wahlurne im Wahllokal verweigert wurde.

Auch dieses Mal können Interessierte am 26. Mai den Eingang der Meldungen aus den 161 Wahllokalen und 34 Briefwahllokalen im Informationszentrum der Stadt Aachen live mitverfolgen – allerdings nicht wie üblich im Krönungssaal im Rathaus, sondern im Brüsselsaal im Eurogress. Ab 18 Uhr werden dort mit Schließen der Wahllokale die ersten Ergebnisse erwartet.

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