Stadt Aachen sieht keine großen Gefahrenpunkte am Kornelimünsterweg

Reiter am Kornelimünsterweg : Stadt plant keine weiteren Sicherheitsmaßnahmen

Die Stadt Aachen hält zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für querende Reiter und Pferde am Kornelimünsterweg derzeit nicht für nötig.

Die Verkehrssituation entlang der Straße im Aachener Süden sei im vergangenen Jahr zwar zwei Mal Gegenstand der Verkehrsbesprechung gewesen, teilt das Presseamt auf Anfrage mit. Besondere Gefahrenpunkte werden dort aber bislang nicht gesehen.

Die Anrainer, die dort ihre Gutshöfe und einen Ponyhof betreiben, sehen das anders. Seit längerem fordern sie eine bessere Beschilderung und tempoverringernde Maßnahmen für Autofahrer. Auch eine Ampel wäre aus ihrer Sicht denkbar, um den vielen Reitern sowie Eltern mit Kindern und Leihponys das Überqueren der schmalen und kurvigen Straße zu erleichtern.

Die Lage am Kornelimünsterweg ist nicht zuletzt aufgrund eines Besitzerwechsels des Nellessenparks kritischer geworden. Denn die neuen Eigentümer des Waldstücks und der Betreiber des angrenzenden Ponyhofs haben sich nicht nur zerstritten, sondern auch gegenseitig die Benutzung ihrer Privatwege untersagt. Daher gibt es inzwischen nicht mehr nur den einen zentralen Überweg am Ponyhof Meisel in Richtung Stadtwald, sondern zusätzlich zwei weitere in Höhe der Leo-Löwenstein-Kaserne und Buswendeschleife sowie am Lintertweg.

Besonders glücklich sind die Experten der Verkehrsbesprechung – vertreten sind in dem Gremium unter anderem Verkehrs- und Straßenplaner, Aseag und Polizei – damit nicht. Zwischenzeitlich wurden immerhin zwei Hinweisschilder „Achtung Reiter“ am Ponyhof und am Lintertweg aufgestellt. Zusätzlich wurden mehrere Bäume gegenüber vom Ponyhof gefällt, um die Sicht für Autofahrer und Reiter zu verbessern.

Einen Zebrastreifen dürfe die Stadt dort nicht einrichten, weil die Straße außerorts verläuft, teilt Harald Beckers vom Presseamt darüber hinaus mit. Denkbar wäre allenfalls eine Reiterampel, wie es sie auch an der Monschauer Straße gibt. Technisch sei das allerdings aufwendig. „Hier stellt sich also schnell die Frage der Verhältnismäßigkeit“, so Beckers – zumal gerade diese Stelle kein „auffälliger Gefahrenpunkt“ sei.

Erlaubt ist dort nur Tempo 50, in der Praxis wird jedoch meist schneller gefahren. Eben deshalb wünschen sich Reiter, Gutsbesitzer und Ponyhof-Eigentümer weitergehende Maßnahmen von der Stadt. Vor allem am Wochenende würde die Straße Hunderte Male mit Tieren überquert. Die Verkehrsbehörde werde „die Situation auf dem Kornelimünsterweg weiter zu verschiedenen Tageszeiten und an allen Wochentagen“ beobachten, erklärt Beckers.

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