Stadt Aachen setzt in der Innenstadt verstärkt auf feste Fugenmasse

In der Aachener Innenstadt : Mörtel statt Splitt für die Pflasterfugen

Aufmerksamen Fußgängern ist es natürlich längst aufgefallen: Das Pflaster auf der Johannes-Paul-II.-Straße, im Herzen der Innenstadt, sieht neuerdings etwas anders aus. Die Fugen zwischen den einzelnen Steinen sind mit einer festen Masse statt mit dem üblichen Splitt verfüllt worden.

Der Bereich zwischen der Einmündung Rennbahn und bis zur Einfahrt Klosterplatz war für diese Reparaturen an der Pflasterdecke und die Verfugungen für den Autoverkehr vorübergehend gesperrt worden.

In der Johannes-Paul-II.-Straße ist bereits vor einigen Jahren geschnittenes Pflaster verlegt worden. Diese Steine mit einer glatten, geschnittenen Oberfläche sind deutlich fußgängerfreundlicher als die klassischen Pflastersteine, besonders für jene Verkehrsteilnehmer, die einen Rollator oder Kinderwagen schieben. Probleme gab es dennoch, wie Harald Beckers vom städtischen Presseamt auf Anfrage erläuterte. Denn die Fugenmasse aus Splitt wurde in der Vergangenheit immer wieder durch die gründlichen Kehrmaschinen des Stadtbetriebs herausgeschrubbt. „Die Leute vom Stadtbetrieb mussten die Fugen immer wieder neu verfüllen“, sagt Beckers, „Das bedeutete deutlich mehr Aufwand.“

Die jetzt aufgebrachte Fugenmasse heißt offiziell VDW 835 N und ist ein „reaktionsharzgebundener, wasserdurchlässiger Pflasterfugenmörtel mit abgestufter Mineralkornmischung“, wie die entsprechende Fachabteilung der Verwaltung mitteilt. 380 Quadratmeter Fläche auf der Johannes-Paul-II.-Straße wurden derart verfugt, gekostet hat das Ganze rund 35.000 Euro.

Eine sehr viel glattere Oberfläche finden Fußgänger und Radfahrer jetzt im Bereich der Dominformation vor. Foto: ZVA/Harald Krömer

Im Hof gibt es die glatten Pflastersteine mit mörtelgebundenen Fugen schon etwas länger. Nach Abschluss umfangreicher Arbeiten der Stawag auf dem Platz wurde dort ebenfalls geschnittenes Pflaster in einer Verbundunterlage verbaut. Weitere Flächen in der Innenstadt sollen demnächst ebenfalls mit den Mörtelfugen umgestaltet werden. Sobald die Arbeiten der Regionetz GmbH in der Jakobstraße, zwischen Judengasse und Johannes-Paul-II.-Straße, abgeschlossen sind, wird dort ebenfalls geschnittenes Großpflaster mit der gleichen Verfugung eingebaut. Mit dem Beginn dieser Arbeiten ist frühestens im Frühjahr 2020 zu rechnen. „Dies soll in den Folgejahren auch im Fahrbahnbereich des Marktes fortgeführt werden“, heißt es aus dem Presseamt. „Ebenfalls ist eine vergleichbare Bauweise für die Krämerstraße und die Rethelstraße vorgesehen.“ Grundsätzlich wolle man zwar in der Innenstadt die Kopfstein-Optik beibehalten, dennoch müsse eine möglichst große Funktionalität sichergestellt werden, sagt Beckers.

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