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Stadt Aachen richtet neues Wohnhotel für alleinstehende Flüchtlinge ein

Zimmer mit Aussicht : Ein „Wohnhotel“ für junge Flüchtlinge

Gezielte Unterstützung für junge, alleinstehende Flüchtlinge leistet die Stadt jetzt mit einem neuen sogenannten Wohnhotel an der Lagerhausstraße.

Die Erfahrungen mit einer seit langem bestehenden ähnlichen Einrichtung, die in Kooperation mit dem Alexianer-Krankenhaus in der Wirichsbongardstraße geschaffen worden ist, zeigten, dass das Konzept besonders geeignet sei, insbesondere Migranten im Alter unter 30 Jahren konkrete Perspektiven zu vermitteln, berichtete die Verwaltung jetzt im Sozialausschuss des Rates.

Eine städtische Sozialarbeiterin, die auch im Haus nahe dem Elisenbrunnen tätig ist, soll nun in Zusammenarbeit mit dem städtischen Sozialdienst maßgeschneiderte Unterstützung auch in einem ehemaligen Hotel in der Lagerhausstraße leisten, das bislang als „konventionelles“ Übergangswohnheim für Zugewanderte genutzt wurde. Zum 1. Juni wurde ihre Halbtagsstelle daher zunächst bis Ende dieses Jahres in eine Vollzeitbeschäftigung umgewandelt. Ziel sei es, „durch engmaschige (…) Betreuung die individuellen Hilfebedarfe und Ressourcen zu erkennen und die jungen Menschen an passgenaue Angebote und Maßnahmen anzubinden“, heißt es im Papier des Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration. Mindestens bis zum 31. Dezember könne die zusätzliche Halbtagsstelle über Landesmittel finanziert werden. Zudem ist eine hauswirtschaftliche Kraft eingestellt worden, deren Kosten zu 100 Prozent durch das Jobcenter übernommen werden. Etwa die Hälfte der verfügbaren knapp 20 Zimmer ist bereits belegt, berichtete das Presseamt auf Nachfrage.

Die Stadt geht derzeit davon aus, dass weitere Mittel im Rahmen der neuen sogenannten Integrationspauschale des Bundes fließen, um das Projekt auch im kommenden Jahr fortzuführen. Notfalls müssten die Kosten – knapp 30.000 Euro – allerdings aus dem städtischen Haushalt gestemmt werden.

Momentan (Stand 31. August) leben 386 alleinstehende Männer und 49 Frauen ohne familiäre Beziehungen in städtischen Übergangsheimen, knapp die Hälfte von ihnen sind jünger als 30 Jahre. Viele besuchten zwar Integrationskurse und nutzten auch Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung, berichtet die Verwaltung. Insbesondere jüngere alleinstehende Migranten blieben dennoch häufig sozial isoliert und hätten „für sich noch keine Perspektive gefunden“. Das neue „Wohnhotel“ biete eine sinnvolle Möglichkeit, gerade diesen Menschen zu helfen, ihre Potenziale im neuen Umfeld zu entfalten.

Dieser Einschätzung schlossen sich die Politiker im Ausschuss mit Nachdruck an. Eine Fortsetzung der Maßnahme im kommenden Jahr sei in jedem Fall zu gewährleisten.