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Nach 30 Jahren in den Ruhestand: Stabübergabe im Café Zuflucht

Nach 30 Jahren in den Ruhestand : Stabübergabe im Café Zuflucht

Für das Café Zuflucht ist es das Ende einer Ära. Zum 1. April verabschiedet sich Winfried Kranz, Mitbegründer der Anlaufstelle für Geflüchtete und „Sozialarbeiter der Ersten Stunde“, wie er sich selbst gern bezeichnet, in den wohlverdienten Ruhestand.

30 Jahre war Winfried Kranz „die tragende Säule, das schlagende Herz, der besonnene Kopf und die tatkräftige Hand des Café Zuflucht“, teilen seine (Noch-)Kollegen mit. Kranz hat das Café Zuflucht mit gegründet und aufgebaut. Mit seiner (nicht nur) bei Kollegen hoch geschätzten fachlichen Kompetenz, seiner akribischen Genauigkeit, seinem klaren inneren Kompass und seiner ruhigen, freundlichen und bescheidenen Art hat er das Café Zuflucht zu dem gemacht, was es heute ist: eine weit über Aachens Grenzen hinaus hoch geschätzte Institution, die aus Aachen nicht mehr wegzudenken ist.

„Das, was Winfried Kranz für das Café Zuflucht, für den Schutz von Geflüchteten und für das soziale Miteinander in der Stadt Aachen geleistet hat, ist gar nicht hoch genug einzuschätzen“, so Andrea Genten, Vorsitzende von Refugio e.V., dem Trägerverein des Café Zuflucht. „Wer Winfried Kranz kennt, weiß, dass er nicht gerne im Rampenlicht steht, wohl fühlt er sich im Hintergrund. Daher passt es vielleicht auch zu ihm, dass sein Abschied aus dem Café Zuflucht wegen der Corona-Pandemie eher ein stiller Abschied werden wird“, so Genten weiter.

Zum ersten Mal seit 30 Jahren

 Winfried Kranz geht. „Sein Lebenswerk lebt weiter. Die Arbeit des Café Zuflucht wird in seinem Sinne fortgeführt“, so Dr. Stefan Kirschgens, scheidender Schatzmeister des Café Zuflucht. Dank der Unterstützung von Stadt Aachen und der Städteregion sowie der katholischen und evangelischen Kirche könne erstmals in der 30-jährigen Geschichte der Beratungsstelle die Leitung einer hauptamtlichen Geschäftsführerin übertragen werden, teilt der Verein Refugio mit. Mit Susanne Bücken ist das Café Zuflucht überzeugt, die geeignete Person gefunden zu haben.

Susanne Bücken ist Sozialarbeiterin und war als wissenschaftliche Mitarbeiterin, als Inklusionsbeauftragte und in der Leitung des Arbeitskreises „Studium und Flucht“ an der Katholischen Hochschule NRW in Aachen tätig. Zudem ist sie Mitgründerin des Arbeitskreises „Kritische Soziale Arbeit Aachen“, Lehrdozentin und politische Bildnerin. Ihre Arbeitsschwerpunkte betreffen Flucht, Migration, Diversität und Rassismuskritik. „Mit ihren breit gefächerten Qualifikationen ist Susanne Bücken die richtige Frau an der richtigen Stelle“, betont Martin Alexander Hilgers vom Vorstand Refugio e. V. „Es ist für mich eine besondere Freude und Verantwortung für das Café Zuflucht zu arbeiten, und ich bin dankbar, an die Arbeit von Winfried Kranz anknüpfen zu können. Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe und die Zusammenarbeit mit dem hoch qualifizierten und menschenrechtlich engagierten Team des Café Zuflucht und mit dem Vorstand von Refugio e.V.“, so Susanne Bücken.

(red)