Spielanlage in der Aachener Innenstadt wird häufig demoliert

Spielplatz in desolatem Zustand : Bloß Tristesse statt spielender Kinder

Zugegeben: Besonders einladend sieht der sogenannte Spielplatz Stromgasse auch im Normalzustand nicht aus. Jetzt haben über das Osterwochenende auch noch Unbekannte auf der öffentlichen Fläche im Schatten der Jakobskirche randaliert. Nicht zum ersten Mal, wie Anwohner berichten.

Tore, die schief in den Angeln hängen, Beeteinfassungen, die herausgetreten auf dem Boden herumliegen: Am Osterwochenende bot sich den Besuchern des Spielplatzes Stromgasse ein ziemlich trostloses Bild, wie Georg Wolff berichtet. Er wohnt hier seit rund 30 Jahren – und hat nach dem Osterwochenende die Stadtverwaltung nicht zum ersten Mal in der Causa „Spielplatz Stromgasse“ kontaktiert.

„Seit etwa zwei Jahren hat sich die Situation hier extrem verschlechtert“, sagt Wolff im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Innenhof, der zwischen Stromgasse, Mühlenberg und Jakobstraße liegt und von der Straße kaum einsehbar ist, sei immer wieder von Drogenabhängigen aufgesucht worden, die unbemerkt dealen oder Drogen einnehmen wollten, beschreibt Wolff die Situation. Die verwinkelte Anlage bietet sich geradezu dafür an, denn auch durch die darunter liegenden Tiefgaragen gibt es schlecht einzusehende Winkel. „Es gab hier auch schon mehrere Polizeieinsätze deswegen.“

Darüber hinaus werde der Platz immer wieder bis spät in die Nacht von Jugendlichen genutzt, die laute Musik hören, mit Glasflaschen schmeißen und herumgröhlten, so Wolff. „Da hört man teilweise Nazi-Parolen und ähnliche Dinge.“ Für den Anwohner und seine Nachbarn sei das ein unerträglicher Zustand.

Kein schöner Anblick: Die Einfassungen der Beete wurden einfach abgetreten. Angaben von Anwohnern zufolge wird der Spielplatz an der Stromgasse immer wieder demoliert. Foto: Georg Wolff

Nicht nur für die: Auch Familien mit Kindern machen um den Spielplatz, obwohl er eigentlich für sie gedacht ist, einen Bogen und suchen sich lieber einen anderen Aufenthaltsort. „Wir haben auch schon Jugendliche angesprochen, die sich dann uns gegenüber einsichtig zeigen. Doch kaum sind wir weg, geht es weiter mit dem Krach“, sagt Wolff.

Sehr schade finde er das, denn eigentlich würde er sich über Leben in dem Innenhof freuen – wenn es denn gesittet zugeht. „Ich habe vor etwa einem Jahr den Oberbürgermeister in der Sache angeschrieben und vor Kurzem eine Mitteilung bekommen, dass mein Anliegen bearbeitet würde“, erzählt er. Auch Stadtbetrieb und Ordnungsamt habe er schon mehrfach informiert, wenn der Spielplatz mal wieder demoliert worden ist. „Da standen mal richtige Spielhäuser aus Holz, die wurden einfach kaputt getreten und sind jetzt weg.“ In der Tat: Spielgeräte gibt es kaum noch auf dem Spielplatz.

„Unser Team hat den Bereich erst mal wieder verkehrssicher gemacht, damit keine Verletzungsgefahr besteht“, erklärt Elisa Bresser vom städtischen Presseamt. Langfristig sei geplant, die Fläche komplett umzugestalten. „Eigentlich ist das ja ein richtiges Kleinod, und das soll es auch wieder werden“, so Bresser. Darum soll im nächsten Jahr ein neuer Entwurf für das Areal angefertigt werden, der dann 2021 umgesetzt werden könnte. Bis dahin soll aber in den kommenden Tagen eine Zwischenlösung gefunden werden.

Georg Wolff bleibt skeptisch: „Wenn sich an der Problematik mit den Jugendlichen nichts ändert, dann bringt auch ein neuer Spielplatz nichts. Der wird ja gleich wieder kaputt gemacht.“

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