Sperrung der Erzbergerallee in Aachen ab April

Brücke über Vennbahnweg muss erneuert werden : Erzbergerallee wird komplett gesperrt

Die Vorboten einer größeren Baumaßnahme waren in den letzten Tagen genauso wenig zu übersehen wie zu überhören. Exakt 67 Jahre hat die Brücke an der Erzbergerallee kurz vor der Herz-Jesu-Kirche ihren Dienst getan, jetzt sind ihre Tage gezählt.

In einem ersten Schritt ging es jetzt erstmal dem benachbarten Grün an den Kragen. Die unvermeidlichen Fällungen schaffen Platz für die großen Baumaschinen, die das Überqueren der Vennbahntrasse auf der Allee und damit die Modernisierung einer wichtigen Einfallstraße für die nächsten Jahrzehnte vorbereiten.

Das Bauwerk ist in die Jahre gekommen, technisch nicht mehr tragbar. Dass das störende Grün bereits drei Monate vor dem eigentlichen Baubeginn entfernt wurde, hat ökologische Gründe. „So sind wir vor der Brutzeit gelandet“, erklärt Barbara Siodmok, die als Diplom-Ingenieurin das ganze Projekt federführend bei der Stadt Aachen betreut.

Die bisherigen Grünarbeiten hatten noch keine großen Auswirkungen auf Fußgänger, Rad- und Pkw-Fahrer. Das wird sich zwangsläufig im Frühjahr ändern, denn das gesamte Erscheinungsbild wird rundum erneuert.
Nicht nur die Brückendecke wird ausgetauscht, auch die beiden Widerlager, die die Brückendecke tragen, werden auf den neuesten Stand gebracht.

So soll sie einmal aussehen: Die neue Brücke der Erzbergerallee. Foto: Stadt Aachen Kempen Krause

Die alte Konstruktion war auf ganz andere Erfordernisse ausgerichtet, denn sie musste ursprünglich noch die Gleise der Vennbahn überspannen. Zur Überbrückung des heutigen Radweges reicht ein Brückendurchlass von acht mal 3,5 Metern. Die Konstruktion wird in der Fachsprache als „überschüttetes Rahmenbauwerk“ bezeichnet und erinnert eher an einen großen Fußgängerüberweg. Die Kosten bewegen sich im niedrigen siebenstelligen Bereich. Genau beziffern kann die Stadt diese noch nicht, da angesichts der boomenden Baukonjunktur noch die passende Baufirma gesucht wird.

Zunächst wurde seitens der Stadt eine Sanierung in Erwägung gezogen. Angesichts des Umfangs erwies sich aber ein kompletter Neubau technisch und wirtschaftlich als sinnvoller.

Massive Folgen für den Autoverkehr sind allerdings unvermeidlich. „Die Erzbergerallee muss für rund neun Monate komplett gesperrt werden“, lässt Barbara Siodmok keinen Zweifel an der Notwendigkeit.

Inzwischen sind auch Pläne für die Verkehrslenkung fertig. Stadteinwärts wird der Verkehr von der Erzbergerallee über den Forster Weg Richtung Branderhoferweg und dann auf die Friedrich-Ebert-Allee geleitet. Auch die Linie 33 der Aseag wird diese teils recht enge Umfahrung nutzen müssen. Stadtauswärts erfolgt der Verkehrsfluss über die Turpinstraße in die Obere Drimbornstraße und dann auf die Adenauerallee.

Für die Zeit der Abbrucharbeiten muss die Vennbahntrasse unter der Brücke gesperrt werden. Dank der vorhandenen Rampe können aber Fußgänger und Radfahrer von der Erzbergerallee auf die Vennbahn. „Und nach dem Abriss suchen wir eine flexible Wegführung, um das Passieren zu ermöglichen“, macht die Diplom-Ingenieurin Hoffnung auf geringe Behinderungen. Über neun Monate werden Behinderungen genau wie der Wegfall von Parkplätzen aber unvermeidlich sein.

Gezieltes Timing: Die notwendigen Rodungen wurden vorgenommen, bevor die Vögel ihre Nester bauen. Foto: ZVA/Michael Jaspers
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