Aachen: SPD: Bei der Tagespflege auf dem letzten Platz

Aachen: SPD: Bei der Tagespflege auf dem letzten Platz

Das wurmt die SPD: Stolberg, Alsdorf und viele andere Städte haben die neue Satzung zur Finanzierung von Tagesmüttern schon - Aachen nicht.

„Mittlerweile sind wir Schlusslicht in der Städteregion was Kindertagespflege angeht”, moniert Pressesprecher Claus Haase. Noch sind die Eltern alleiniger Träger der Kosten für Tagesmütter. Das soll sich ändern. „Es ist jetzt gesetzlich geregelt worden, dass der Geldfluss über die Stadt laufen muss”, sagt der kinder- und jugendpolitische Sprecher Martin Künzer.

Eine Tagesmutter von unter Dreijährigen bekommt mit einer 35-Stunden-Woche demnach 640 Euro brutto monatlich. Wie auch bei den KiTas soll der Elternanteil am Gehalt berechnet werden. Allerdings hat das neue Kindergartenjahr bereits am 1. August begonnen. Die Satzung bis dahin einzuführen ist in Aachen gescheitert. Eine Sondersitzung des Kinder- und Jugendausschusses zu diesem Thema wurde im Juni abgesagt. Abwarten und Teetrinken bis August 2012 - für die SPD-Fraktion keine Option. In einem Antrag an den Kinder- und Jugendausschuss fordern die Sozialdemokraten, „die Satzung und Richtlinie zum 1. Januar 2012 in Kraft zu setzen”. Ein Grund dafür: „Im Moment wird Tagespflegepersonal mit Bundesmitteln ausgebildet. Wahrscheinlich stehen diese bis 2012 zur Verfügung. Wenn das Gesetz hier nicht in Kraft tritt: Wofür sollen wir die Kräfte dann ausbilden?”, erklärt Künzer.

Die SPD-Fraktion im Stadtrat befürchtet, dass das erste beitragsfreie Kindergartenjahr gestrichen werden könnte, um die Tagesmütter zu finanzieren. Dagegen aber will sich die SPD stemmen. „Aachen kann nicht sagen: Wir sind Kinder- und jugendfreundlich, nehmen jetzt aber wieder Beiträge”, sagt Haase. In der Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses am 20. September wollen die Sozialdemokraten über die Satzung beraten.

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