Aachen: Sparkasse: Der Kunde gibt den Takt vor

Aachen : Sparkasse: Der Kunde gibt den Takt vor

Vieles läuft online, vieles geht von zu Hause oder direkt von der Firma aus, und der Gang in die Filiale ist in vielen Fällen überhaupt nicht mehr nötig. Die Sparkasse Aachen hat bei ihren Privat- und Geschäftskunden ein verändertes Nutzungsverhalten festgestellt. Das hat der Vorstand bei einem Pressegespräch am Mittwochabend erklärt.

„Bei allem, was wir tun, gibt der Kunde den Takt vor“, erklärt Wilfried Nellessen, Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen. Darum habe man auf der einen Seite die Öffnungszeiten der Filialen angepasst. „Wir haben einfach gemerkt, dass die Leute verstärkt abends, nach Feierabend, zur Beratung in die Filialen kommen möchten“, sagt Nellessen. Apropos Beratung: Generell kämen immer weniger Menschen in die Sparkasse vor Ort, um eine Überweisung zu tätigen. „Ein Großteil des Alltagsgeschäfts wickeln die Kunden, sowohl im Privat- als auch im Geschäftsbereich, online von zu Hause ab“, so Nellessen.

Auch wenn das Geldinstitut mit Nachdruck an seinem Modell mit dem flächendeckenden Geschäftsstellennetz festhält: Es gibt Stellen, die aus Sicht der Sparkasse unter betriebswirtschaftlichen Aspekten nicht zu halten sind und zu SB-Stellen umgewandelt werden. Das sind die Filialen in Simmerath-Einruhr, in Alsdorf-Busch und Baesweiler-Beggendorf sowie an der Goethestraße in Aachen. „Bei der Goethestraße sind es aber nur 700 Meter bis zur nächsten Geschäftsstelle, so Nellessen. Ähnlich war man im vergangenen Jahr mit den Filialen Roetgener Straße in Eschweiler, in Stolberg-Vicht sowie im Bereich der Broicher Siedlung umgegangen.

Die Geldautomaten bleiben

Der Sparkassenvorstand weist außerdem auf die laufenden Bauarbeiten in der Roetgener Niederlassung hin, wo die dortige Geschäftsstelle und die Direktion Aachen-Süd/Nordeifel untergebracht werden wird. In Planung ist außerdem eine neue Filiale in Aachen-Hanbruch sowie zwischen Konzen und Imgenbroich, in der die bisherigen Geschäftsstellen Konzen, Imgenbroich und Mützenich in verkehrsgünstiger Lage konzentriert werden sollen. In allen Ortschaften soll aber ein Geldautomat bleiben, um den Bargeldbedarf vor Ort abzudecken.

Um das Angebot flächendeckend halten zu können, komme es auf das Personal an, wie Ralf Wagemann, Mitglied des Vorstands, erläutert. Zum Stichtag 31. Dezember des vergangenen Jahres beschäftigte die Sparkasse insgesamt 1911 Mitarbeiter. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Personalbestand um 55 Personen reduziert. Wie in der Vergangenheit, so erläuterte Wagemann, werde der Mitarbeiterbestand im Rahmen der natürlichen Fluktuation dort angepasst, wo Aufgaben weggefallen oder Geschäftsprozesse optimiert worden seien.

Noch freie Ausbildungsplätze

Dennoch sucht die Sparkasse derzeit verstärkt nach Auszubildenden: „Weil die geburtenstarken Jahrgänge bald das Rentenalter erreichen, brauchen wir Nachwuchs“, erklärt Wagemann. Und die Sparkasse Aachen wolle nach Möglichkeit ihre Mitarbeiter auch in Zukunft selbst aus- und weiterbilden. Dass nur Abiturienten eine Chance auf einen der Ausbildungsplätze hätten, sei nicht der Fall.

Sparkassenvorstandsvorsitzender Norbert Laufs betont: „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit guten Realschülern gemacht, und auch mit Studienabbrechern.“ Auch für dieses Jahr seien noch Ausbildungsplätze frei. Das Thema Fachkräftemangel tangiert mittlerweile auch das Kreditinstitut, wenn auch noch nicht in besonders hohem Maße: „Derzeit bekommen wir vielleicht 430 Bewerbungen auf unsere Ausbildungsplätze“, erklärt Laufs. In der Vergangenheit seien das bis zu 800 Bewerbungen gewesen.

Nicht nur als Arbeitgeber und als Geldinstitut sieht die Sparkasse sich in der Region in der Verantwortung: Im Jahr 2017 habe man rund 43 Millionen Euro an Gewerbesteuern, Spenden, Stiftungsausschüttungen, Sponsoring oder andere Ausschüttungen in die Region gebracht. „Und daran partizipieren alle Menschen in der Städteregion“, betont Christian Burmester, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen. Alleine die drei Stiftungen, die vor allem Projekte im Jugend- und Kulturbereich fördern, verfügen über ein Vermögen von 40 Millionen Euro.