Sozialdemokraten erarbeiten Konzept für Wohnungsmarktpolitik in Aachen

Wohnraum-Kampagne in Aachen : SPD will mehr öffentliche Beteiligung auf dem Wohnungsmarkt

Was kann der Stadtrat tun, damit die Mieten nicht weiter steigen? Und was die Stadtverwaltung? Im Rahmen ihrer Kampagne für einen gerechteren Wohnungsmarkt in Aachen haben die Sozialdemokraten nun über das Instrumentarium der Kommunalpolitik diskutiert – und Oberbürgermeister Marcel Philipp heftig kritisiert.

„Der Oberbürgermeister kapituliert mit seiner Stadtentwicklungsplanung vor dem freien Markt. Ich stehe für eine ganz andere Politik.“ Deutliche Worte fand Mathias Dopatka, Vorsitzender der Aachener SPD, um ein Statement von Marcel Philipp zu kommentieren, dass dieser bei einem Pressetermin an der Baustelle der Landmarken AG am Theaterplatz abgegeben hatte.

Philipp hatte im Zusammenhang mit großen Bauprojekten in Aachen gesagt: „Wenn es für Private nicht funktioniert, funktioniert es für keinen.“ Mit dieser Aussage habe Philipp auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewoge kritisiert – und damit eines der aktuellen Kernthemen der Aachener Sozialdemokraten tangiert.

Es sei ein großes Glück, dass man sich in Aachen vor Jahren dagegen entschieden habe, die Gewoge zu verkaufen, betonte Dopatka am Montagabend in der Nadelfabrik. Der Einladung der Sozialdemokraten hierher waren rund 60 Teilnehmer gefolgt, die sich angeregt über Themen rund ums Wohnen in Aachen unterhielten.

Als Vertreter der Stadt war Rolf Frankenberger, Fachbereichsleiter aus dem Amt für Wohnen, Soziales und Integration vor Ort. „Wir als Stadt sind bemüht, keine Segregation entstehen zu lassen.“ Man wolle bedarfsgerechten Wohnraum für alle schaffen, und zwar überall. Dennoch seien trotz des aktuellen Baubooms die Mietpreise stark angestiegen. Aachen ist in Nordrhein-Westfalen unter den Top-5-Städten in Sachen Mietpreissteigerung.

„Derzeit haben wir in Aachen rund 4500 Wohnungen zu wenig“, fuhr Frankenberger fort, doch mittelfristig würden sogar 10.000 Wohnungen fehlen. Und das Problem sei, dass der Markt gerade im preiswerten Segment ausblute.

Stadt und Gewoge seien bemüht, Abhilfe zu schaffen. „Doch wir haben zu wenig Flächen“, sagt Frankenberger. Das zeige auch der neue Entwurf des Flächennutzungsplans der Stadt. Ein „intelligenter Umgang mit der Nutzung von Flächen“ sei daher Gebot der Stunde.

Weil der Platz in Aachen begrenzt sei, müsse man in Sachen Wohnungsbau städteregional denken, sagte Bürgermeister Norbert Plum. Und damit das Wohnen außerhalb der Stadt attraktiver werde, plädieren die Sozialdemokraten für einen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs – Stichwort Regiotram in Richtung Baesweiler.

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