Aachen: „Sommertheater“: Spannende „Stoffe“ in der alten Tuchfabrik

Aachen: „Sommertheater“: Spannende „Stoffe“ in der alten Tuchfabrik

Aachens Theaterszene geht der Sommerpause entgegen. Beim Theater K sieht das anders aus: unter dem Motto „Nur einen Sommer lang“ wird gerade eine spannende Sommer-Spielzeit etabliert. Das Gelände der alten Tuchfabrik in der Soers (Strüverweg 116) wird mit ganz unterschiedlichen Produktionen und großem Ensemble bespielt.

Von Resignation nach dem Auszug aus der Bastei ist nichts zu spüren bei Mona Creutzer und Annette Schmidt, die es inspirierend finden, an neuen Plätzen „unterwegs in Aachen“ zu sein und ebenso zumindest noch ein Weilchen lang einen der „schönsten Spielplätze“, eben das urige Tuchwerk am Wildbach, bespielen zu können.

Berührendes Tanz-Theater

Zum Start am kommenden Wochenende, 8. bis 10. Mai, will das Ensemble noch einmal die packende „Rebellion 1830“, das Stück über den Aufstand der Aachener Tucharbeiter anno 1830, zur Geltung bringen. Und das auch, „um die Einweihung der neuen Spielstätte mit kulinarischen und musikalischen Leckerbissen zu feiern“, erklären die Ensemble-Mitglieder. Im Mai wird auch das berührende Tanz-Theater-Stück „Moosmantel“, das mit Live-Musik und Gesang erfolgreich im Space des Ludwig Forums uraufgeführt wurde, erneut seine Geschichten von Migration und neuer Heimat erzählen.

Im Juni können die Zuschauer „Die Straße der Ölsardinen“ von John Steinbeck betreten — noch ein starkes „Wiederaufleben“ einer früheren Bastei-Produktion. Zehn Schauspieler, Essen, Trinken und der gesamte Roman sollen die Zuschauer erfreuen. Die „perfekte Kulisse der Tuchfabrik, sagen die Künstler voller Begeisterung für ihre Interims-Spielstätte, spiegelt die Cannery Row der stillgelegten Fischkonserven-Fabriken aus Steinbecks Roman mit seinen recht eigentümlichen Bewohnern.

Vor den Sommerferien soll das Stück „Brain Twister“ von Laura Dumont die Besucher in den Bann einer starken Inszenierung ziehen. Drei junge Schauspieler spinnen hier ein ein fatales Netz aus Neid, Eifersucht und Missgunst.

Frühstücke im Grünen

Ab Juni finden die beliebten „Frühstücke“ wieder ihren sonntäglichen Platz im Grünen. Und im August wird die unsterbliche Tragikomödie „Die Ratten“ von Gerhard Hauptmann zu sehen sein. Im September und Oktober schließlich gibt es eine große Schauspielproduktion — ein lustvoll-schauriges Märchen für Erwachsene: „Prinzessin Nicoletta“ von Rebekka Kricheldorf: „einerseits prächtiges Schauspielfutter, so irrwitzig, opulent und fabuliergewaltig wie eine fahrende Gauklerbühne, und andererseits parabelhaft auf Vorgänge und Personen der Zeitgeschichte zu beziehen.

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