Aachen: „Somebody Wrong Bluesband“ verabschiedet Bassisten

Aachen : „Somebody Wrong Bluesband“ verabschiedet Bassisten

Eigentlich wollte die „Somebody Wrong Bluesband“ in diesem Jahr die mittlerweile 24. Aachener Bluesnacht spielen. Tradition eben — seit 1991 im Jakobshof, 2015 zum ersten Mal im „Franz“. Doch der plötzliche Tod des Bassisten Jochen Stark im November vergangenen Jahres änderte alle Pläne.

Ein „Konzert für Jochen“ stellte die Band stattdessen auf die Beine: als „Somebody Wrong Bluesband & Friends“. Auch dank der großzügigen Unterstützung des „Franz“ und vieler befreundeter Gastmusiker wurde es ein bewegender und würdiger Abschied von Jochen Stark.

„Musik war sein Leben. Er wird immer bei uns sein“, sagte Albrecht Peltzer zu Beginn des Abends im dicht besetzten „Franz“. „Wir wollen uns so von ihm verabschieden, wie er es sich gewünscht hätte. Mit vielen Freunden und mit der Musik, die sein Leben geprägt hat.“ Mit dem Tod von Jochen Stark gehe ein Kapitel der „Somebody Wrong Bluesband“ zu Ende.

Aber die Band habe sich entschlossen, auch im Sinne Jochen Starks weiter zu machen. Ganz bewusst hatte man sich aber für diesen Abend gegen den Einsatz eines Ersatzbassisten entschieden. „Man soll spüren, dass Jochen fehlt“, meinte Alex Wilde, Gitarrist der „Somebody Wrong Bluesband“. Wilde übernahm den Part am Bass. Auf die Suche nach einem neuen Bassisten werde sich die Band nach diesem „Konzert für Jochen“ machen, hieß es. „Wir schlagen ein neues Kapitel Bandgeschichte auf“, so Peltzer.

Die Gästeliste an diesem Samstagabend las sich wie das „Who is who“ der Aachener Bluesszene. Sänger Michael Abt war dabei, Dieter Kaspari steuerte zwei Songs bei, Dirk Ebert überzeugte ebenfalls mit unglaublich intensivem und berührendem Gesang. Die Duette der Gastsänger mit Sängerin Christine Isensee zählten zu den Highlights des Abends. Den Bläserpart übernahmen wieder langjährige Freunde der „Somebody Wrong Bluesband“: Heribert Leuchter (Saxophon), Boris Bansbach (Saxophon) und Markus Plum (Posaune).

Aus Süddeutschland waren zwei Gründungsmitglieder der Band — die auf mehr als 30 Jahre zurückschaut — angereist: Gitarrist Detlev Blaschke und Gerd Schubert (Blues-Harp). Ebenfalls Gründungsmitglied und bis 1989 bei der Band war Michael Müller, der sich den Schlagzeug-Part mit Drummer Chris Andrä und Ernst Reich — ein langjähriger musikalischer Wegbegleiter Jochen Starks — teilte.

Wolfgang Wynands unterstützte Albrecht Peltzer bei einigen Songs an der Gitarre. Wynands war von 1996 bis 2001 Gitarrist der „Somebody Wrong Bluesband“. Nach vielen personellen Wechseln während des gut zweieinhalbstündigen Sets der „Somebody Wrong Bluesband“ wurde es zur Zugabe noch einmal richtig voll auf der Bühne. Als Hommage an Jochen Stark spielten alle Musiker gemeinsam Bob Dylans „I Shall Be Released“.

Das Konzert für Jochen rundete dann noch das brillante Frankfurter Akustik-Trio „The Beecham Brothers“ ab.