So waren der Auftritt von Katie Melua und das Kinderkonzert in Aachen

Kurpark Classix : Gänsehaut bei den Großen, Grinsen und Gelächter bei den Kleinen

Wie kann ein Musiker seiner Arbeit nachgehen, wenn das „C“ auf der Tonleiter fehlt? Und schafft es eine zierliche Georgierin, gegen das Aachener Sinfonieorchester anzusingen? Viele Tausend Besucher erlebten an diesem Wochenende ganz unterschiedliche, ganz wunderbare Konzerte im Aachener Kurpark.

Emma (10), Jesper (7) und Cousine Marlene (7) fischen sich jeder noch ein Stück Melone aus der Tupperdose und blicken dann gespannt in Richtung der großen Bühne, die im Aachener Kurpark aufgebaut ist. Die drei Kinder sitzen gemeinsam mit Marlenes Eltern Yvonne und Theo Steinebach auf einer Picknickdecke und freuen sich auf Classix for Kids, freuen sich neben der Musik vor allem auf den Auftritt von Moderator Malte Arkona.

Und der kommt gleich auf die Bühne, als Dirigentin Yura Yang entsetzt feststellt, dass ihrem Orchester bei der Darbietung von Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ etwas verloren gegangen ist: die Note C. Die Musiker wollen gerade schon einpacken, als Malte Arkona seine Detektive – den Kinderchor des Aachener Stadttheaters – ins Publikum entsendet, um das „C“ zu finden. Ein Heidenspaß, vor allem für die kleinen Besucher.

„Ich kenne Malte schon aus dem Fernsehen“, verrät Emma, die sich auch für klassische Musik begeistern kann. Ihr Lieblingsinstrument: die Gitarre. „Meins ist die Flöte“, ruft ihre Cousine Marlene, die auch zum Ballett geht und darüber schon vielfach Kontakt zu klassischer Musik hatte. „Ich mag Schlagzeug“, verkündet Jesper.

Gänsehaut an einem lauen Sommerabend: Das schafft Sängerin Katie Melua bei den Aachener Kurpark Classix. Foto: Andreas Herrmann

Sie seien bereits zum zweiten Mal bei den Classix for Kids, weil ihnen die Atmosphäre im Aachener Kurpark so gut gefalle, erklärt Yvonne Steinebach. „Das ist hier kein Konzert, bei dem alle ganz still auf ihrem Platz sitzen müssen. Dass das hier so locker ist, gefällt uns sehr gut.“

Das scheinen die anderen Familien mit kleineren und größeren Kindern an diesem Sonntagvormittag ganz ähnlich zu sehen. Überall sieht man Jungs und Mädchen zur Musik tanzen, begeistert in die Hände klatschen oder auch einfach vergnügt durch den Park rennen.

Das wäre am Abend zuvor so nicht möglich gewesen, schon aus Platzgründen. Die Temperaturen waren an diesem letzten Augusttag gerade unter die 30-Grad-Marke gefallen, als die zierliche Katie Melua in ihrem roten Kleid auf die Bühne tritt. Dicht an dicht sitzen die etwa 4000 Besucher, ob auf der Tribüne oder auf Klappstühlen auf den Wiesen.

Er sei zum ersten Mal bei den Kurpark Classix und völlig begeistert, erklärt ein Besucher. Meluas Hits wie „9 Million bicycles in Beijing“ oder „Closest Thing to Crazy“ hätten ihn schwer beeindruckt, aber auch das The Cure-Cover „Just like heaven“ habe ihm sehr gefallen.

Und auch Katie Melua selbst scheint es in Aachen zu mögen. Es ist der 20. Auftritt ihrer Sommertour, und ein ganz besonderer, wie die sympathische Musikerin mit der Wahnsinnsstimme erklärt. Und Aachen wird ihr sicherlich in guter Erinnerung bleiben. Alleine schon deswegen, weil ihr Festival-Chef Christian Mourad ein Aachener Unikat als Souvenir überreicht: einen „Schwedenstuhl“ der Bleiberger Fabrik, natürlich im Katie-Melua-Design. Den hat die Sängerin noch am selben Abend gleich ausprobiert.

Ob Malte Arkona am nächsten Tag das verloren gegangene C wieder gefunden hat? Natürlich hat er das. Und so stand einer fulminanten „Last Night“ am Sonntagaben, bei der das Sinfonieorchester mit Christopher Ward und Percussionistin Dame Evelyn Glennie epische Sagen vertonte, nichts mehr im Wege.

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