Aachen: „Smart City“: EU unterstützt Sanierung in Aachen-Nord

Aachen : „Smart City“: EU unterstützt Sanierung in Aachen-Nord

In Sachen Energiewende will die Stadt Aachen einmal mehr in vorderster kontinentaler Front zu neuen Ufern aufbrechen. Im Rahmen des EU-Förderprogramms „Smart Cities“ kann der städtische Immobilienriese Gewoge in den kommenden fünf Jahren 2,8 Millionen zusätzlicher Mittel aus EU-Töpfen einplanen.

Das Geld wird in die Sanierung von rund 400 Wohnungen im Stadtteil Aachen-Nord investiert. Das Projekt soll im Verbund mit fünf weiteren europäischen Städten als Modell für neue Strategien zur nachhaltigen Gebäudesanierung realisiert werden.

Mit denkbar hohen Erwartungen gehen alle Beteiligten ab Frühjahr 2014 in die heiße Phase der Umbauarbeiten. Im demonstrativen Schulterschluss stellten die städtischen Dezernenten Gisela Nacken und Professor Dr. Manfred Sicking sowie Gewoge-Geschäftsführer Bernd Botzenhardt und die Stawag-Vorstände Dr. Peter Asmuth und Dr. Christian Becker die Hintergründe der Maßnahme am Montag gemeinsam vor. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit unseren neuen Partnern, den Städten Wien, Mailand, Sestao, Tampere und Bratislawa, den Zuschlag für dieses zukunftsweisende Projekt erhalten haben“, sagte Nacken.

Denn die Förderung kommt Stadt und Gewoge gerade recht: Rund zehn Millionen Euro sind in den kommunalen Kassen ohnehin für die Erneuerung des Baubestands im Karree zwischen Joseph-von-Goerres-Straße, Jülicher Straße, Burggrafenstraße und Wiesental reserviert, inklusive Wärmedämmung, Einbau neuer Fenster und Bädermodernisierung. „Durch die Förderung erhalten wir jetzt aber die Möglichkeit, völlig emissionsfreie Wärmesysteme zu installieren und die Energiekosten langfristig erheblich zu senken“, unterstrich Asmuth.

Clou in Sachen technische Innovation: Die Stawag will einen unmittelbar an der Jülicher Straße gelegenen Abwasserkanal über dezentrale Pumpen als Wärmelieferanten nutzbar machen — aufgrund der heißen Quellen und der Nähe zu Großunternehmen wie Zentis hat das Wasser dort in der Regel eine Temperatur von etwa 20 Grad. Mit der extrem effektiven Innovation könne der Energieverbrauch in den erneuerten Wohnungen um bis zu zwei Drittel reduziert werden, erläuterten Becker und Asmuth.

Botzenhardt geht daher davon aus, dass die geplante Mieterhöhung von 5 Euro auf 5,80 Euro pro Quadratmeter auch für die in aller Regel weniger gut betuchten Mieter zumutbar sei, weil die Nebenkosten im gleichen Zuge erheblich sinken sollen. „In jedem Fall“, versprach der Gewoge-Chef, „werden wir die Maßnahme in enger Abstimmung mit den Mietern angehen. Auch individuellen Bedürfnisse oder Probleme - gerade bei Senioren, die teils schon seit Jahrzehnten dort wohnen — werden wir dabei Rechnung tragen.“

(mh)
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