Aachen: Siemens Aachen feiert seinen 125. Geburtstag

Aachen: Siemens Aachen feiert seinen 125. Geburtstag

Von der ersten öffentlichen Beleuchtung und Straßenbahn bis hin zur aktuellen wissenschaftlichen Entwicklung prägt Siemens die Stadt seit 125 Jahren. „Treue Partner in dieser Zeit waren und sind zum Beispiel der Förderverein ,proRWTH‘, die IHK Aachen, die Vereinigten Unternehmerverbände Aachen und viele Kunden“, betont Ralf Martens, seit elf Jahren Sprecher und Betriebsleiter der Aachener Siemens-Niederlassung mit Stolz.

Entsprechend feierten jetzt rund 140 Mitarbeiter und deren Familienangehörige den besonderen Geburtstag. Sie blickten hinter die Kulissen und tauchten tief ein in die 125-jährige Aachener Siemens-Historie.

Optimistisch für die Zukunft: Ralf Martens, seit elf Jahren Sprecher und Betriebsleiter der Siemens Niederlassung Aachen. Foto: Siemens

„Elektrisierender Anfang“

Vor der Gründung in Aachen, am 12. Oktober vor 170 Jahren, war Siemens als „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“ in einem Berliner Hinterhof nach ihrer Erfindung des Zeigertelegrafen gegründet worden. Dieses Unternehmen brachte Ende 1892 die Straßen der damals gut 100.000 Einwohner zählenden westlichsten deutschen Großstadt zum Leuchten: Aachen. Denn mit dem Auftrag zum Bau eines Elektrizitätswerkes, das nach nur sieben Monaten Bauzeit Ende 1892 in Betrieb ging, begann die Erfolgsgeschichte von Siemens in der Stadt Karls des Großen.

In diesem Elektrizitätswerk wurde ein „Technisches Büro“ eingerichtet, der erste Standort von Siemens in Aachen. Martens: „Das war ein elektrisierender Anfang, zumal Siemens kurz darauf die erste elektrische Straßenbahn des Rheinlands entwickelte. Sie fuhr von 1902 an täglich mitunter bis zu 100.000 Fahrgäste durch Aachen und die Region.“

Als Stadt vom Bergbau und der Industrie geprägt, waren im 19. und 20. Jahrhundert wichtige Kunden von Siemens in Aachen unter anderem der Eschweiler Bergwerksverein, die Rheinischen Elektrizitäts- und Kleinbahnen AG und die Technische Hochschule. Siemens entwickelte Untertage-Grubenbahnen und eine Hochspannungsleitung; sie führte von der Grube „Gouley“ in Morsbach zur Unterstation in Alsdorf. Und mit maßgeblicher Siemens-Technik betrieb die Technische Hochschule seinerzeit ihren Maschinenraum, den Hörsaal und den Hochspannungsraum.

Auch heute ist die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) ein wichtiger Kunde und Kooperationspartner. Ralf Martens: „Siemens ist über zahlreiche Forschungsprojekte und auf vielen Ebenen eng mit der RWTH verzahnt und seit mehr als einem halben Jahrhundert Mitglied im Förderverein „proRWTH“. So sichern und fördern wir nicht nur die Zukunft der Ingenieurswissenschaften, sondern generieren auch hervorragende Nachwuchskräfte für unser Unternehmen.“

RWTH und Siemens arbeiten zum Beispiel in Forschungscamps zusammen — und seit 2016 am „Future-Train“-Projekt am Zug der Zukunft. Im Oktober 2016 gründeten Siemens und die RWTH gemeinsam das „Manufacturing Center of Excellence“. Mit rund elf Siemens-Mitarbeitern und fünf Promotionen forscht das MCoE an Fertigungstechnologien zur Herstellung von Gasturbinen für Kraftwerke.

Ein wesentlicher Baustein der Energiewende sind Gasturbinen mit höchstem Wirkungsgrad, um den CO2-Ausstoß durch die Energieerzeugung zu reduzieren und bei erhöhter Versorgung mit regenerativen Energieträgern eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten. Siemens kooperiert zudem mit dem „Center of Knowledge Interchange“ (CKI) mit der RWTH.

Es dient der Förderung der Zusammenarbeit im Rahmen der Forschung und Entwicklung sowie der Identifikation und Bearbeitung von gemeinsamen Forschungsthemen. Die RWTH ist eine von weltweit acht Top-Partneruniversitäten und die Universität mit den höchsten Forschungsmitteln von Siemens.

Entsprechend zukunftsorientiert äußerte sich Ralf Martens nach dem Jubiläumsfest, das er als großen Erfolg wertete: „Wir blicken weiter nach vorne; als Vertriebs- und Serviceniederlassung wollen wir Aachen als Wissenschaftsstandort und vor allem auch unsere Kunden weiterhin stärken. So bleiben wir wettbewerbsfähig und sichern gemeinsam mit unseren Partnern nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die stetige wirtschaftliche, technische und gesellschaftliche Fortentwicklung unserer Region.“

Mehr von Aachener Zeitung