Aachen: Sicherheitspoller sollen Synagoge schützen

Aachen: Sicherheitspoller sollen Synagoge schützen

Eine veränderte Gefährdungslage gibt es laut Polizei für die Aachener Synagoge aktuell zwar nicht, aber dennoch wohl bald eine neue „Sicherungslinie“: Mit zum Teil versenkbaren und besonders stabilen „Sicherheitspollern“ soll das Gotteshaus der Jüdischen Gemeinde am Synagogenplatz künftig besser geschützt werden.

Am 18. Juli soll der Planungsausschuss über die 145.000-Euro-Investition beraten, und in der Vorlage für die Sitzung steht auch, was die Spezialpoller verhindern sollen: „das Anfahren mit Fahrzeugen in schädigender Absicht an die unmittelbare Außenhaut der Synagoge“. Mit anderen Worten: Sprengstoffattentate.

Die Forderung, die Synagoge besser zu schützen, ist nicht neu. Bereits vor mehr als zehn Jahren, im Juni 2003, beantragte der Vorstand der Jüdischen Gemeinde wegen verschiedener Terroranschläge auf andere Synagogen eine Verbesserung der Sicherheit. Dabei wurde vor allem darauf hingewiesen, dass das Anfahren schwerer Fahrzeuge mit den vorhandenen Pollern nicht verhindert werden könne. Es gab Ortstermine mit Polizei und Feuerwehr, und es wurde geplant: Mit zehn großen „Findlingen“ und zwei versenkbaren Pollern — für die Zufahrt von Rettungsfahrzeugen — wollte man das Gebäude schützen.

Im August 2007 sollte der Planungsausschuss über diese rund 60.000 Euro teure Idee diskutieren, doch wurde der Punkt damals zurückgestellt — und verschwand für Jahre aus der politischen Debatte. Erst als im vorigen Jahr der Neubau an der Ecke Schumacherstraße/Synagogenplatz fertig war, brachte die Aachener Polizei das Thema wieder auf den Tisch und verwies auf die nach wie vor unzureichende Sicherung mit den nicht gerade stabilen „Alt-Aachener Pollern“. Und wieder wurde geplant.

Von der Idee mit den steinernen Findlingen hat man allerdings mittlerweile Abstand genommen. Jetzt setzt die Stadt auf spezielle Sicherheitspoller mit einem Durchmesser von 25 und einer Höhe von 70 Zentimetern. Mit ihnen soll rund um die Synagoge eine „Barriere-Linie“ errichtet werden, „die einen Rammschutz gegen anfahrende Fahrzeuge darstellt“, wie es in der Vorlage heißt. Gleichzeitig soll aber der Raum vor der Synagoge „weiterhin durchlässig und damit öffentlich nutzbar bleiben“ — jedenfalls für Passanten.

Da man dafür von den Pollern zumindest laut den noch recht vagen Planskizzen gut 40 Stück benötigt, von denen vier versenkbar sein müssen, und auch noch ein Radweg verlegt wird und Fahrradbügel weichen müssen, hat die Sicherheit ihren Preis. Die 145.000 Euro plus jährlich 3000 Euro Betriebs- und Wartungskosten für die versenkbaren Poller zahlt die Stadt vermutlich alleine. „Die Prüfung von Fördermöglichkeiten für diese Maßnahme führte bisher zu keinem positiven Ergebnis“, heißt es bei der Verwaltung.

Mehr von Aachener Zeitung