Aachen-Arkaden werden umgestaltet: Shopping-Flaggschiff auf neuem Kurs

Aachen-Arkaden werden umgestaltet : Shopping-Flaggschiff auf neuem Kurs

Ein paar „Ankermieter“ halten die Stellung in den Aachen-Arkaden, doch das einstige städtebauliche Flaggschiff für das Ostviertel dümpelt seit geraumer Zeit in schwerer See. Im kommenden Jahr ist ein Umbau geplant. Unter anderem soll auch Platz für Büroflächen geschaffen werden.

Die anhaltende kommerzielle Flaute ist buchstäblich auf allen Ebenen spürbar. Für frischen Wind soll in absehbarer Zeit eine umfangreichen Umstrukturierung der Angebote sorgen, heißt es bei der zuständigen Berliner Verwaltungsgesellschaft Lianeo Real Estate.

Fakt ist einstweilen: In Kürze streichen auch das Kulturwerk Aachen und der Alemannia-Fanshop des Vereins VIA Integration die Segel am Standort Trierer Straße 1. Auf rund 21.600 Quadratmetern Nutzfläche ist die Szenerie im Komplex gegenüber dem Bahnhof Rothe Erde geprägt von einer Phalanx aus leeren Schaufenstern.

Kaum noch Mieter: Etliche Ladenlokale stehen seit Jahr und Tag leer. Neben „baby walz“ verlassen jetzt auch auch das Kulturwerk und der Alemannia-Fanshop des Vereins VIA Integration die Arkaden. Foto: ZVA/Harald Krömer

Bereits vor Jahresfrist war von größeren Umbaumaßnahmen und der Ansiedlung eines „Food Court“ mit etlichen gastronomischen Anbietern die Rede. Jetzt scheint das Projekt allmählich Fahrt aufzunehmen. „Wir arbeiten intensiv an einer umfassenden Neustrukturierung“, betont Lianeo-Sprecher Robert Döring. „Damit das gelingt, muss das Center neu positioniert werden. Wir planen, die Verkaufsflächen zu verkleinern und auf zwei Ebenen zu konzentrieren.“

Geschäfte sollen demnach künftig nur noch im Untergeschoss sowie im Erdgeschoss zu finden sein. „In diesem Zusammenhang sind auch die Auszüge eines Großteils der Mieter zu sehen“, betont Döring. Beabsichtigt sei, in den oberen Geschossen Platz für Büroflächen zu schaffen. Der Start der Bauarbeiten sei „nach aktuellem Stand“ für das zweite Halbjahr 2020 vorgesehen. „Mit dem Abschluss der geplanten Maßnahmen rechnen wir bis Ende 2021“, sagt Döring.

Zumindest elementare Nahversorgung scheint damit immerhin auch künftig gewährleistet. Was nicht zuletzt die zahlreichen Bewohner des Neubaugebiets „Guter Freund“ gleich nebenan am Eisenbahnweg freuen dürfte – ebenfalls ein immobiles „Kind“ des Aachener Investors Landmarken, der die Arkaden vor ziemlich genau elf Jahren mit großem Aufwand aus der Taufe gehoben und wenig später veräußert hat.

Ein Discounter residiert weiterhin im Untergeschoss, ebenso ein Drogeriemarkt. Auch die „H&M“-Filiale gleich hinterm Portal im Parterre, inklusive zweiter Etage im Obergeschoss, soll bleiben, sowie eine große Boutique und ein dänisches Bettenhaus. Nicht zu vergessen das Gesundheitsamt, dessen Standort an der Trierer Straße auch in den kommenden Jahren in jedem Fall gesichert ist, wie Detlef Funken, Pressesprecher der Städteregion, betont. Die Tage des „baby walz“ sind indessen gezählt; der Branchenriese in Sachen Kleinkinder-Bedarf kündigt seinen baldigen Auszug auf großformatigen Plakaten an. Selbst die Pläne, zumindest vorübergehend sogenannte Pop-up-Lokale ins Haus zu lotsen, konnten bislang offensichtlich allenfalls punktuell realisiert werden.

So wurde der Mietvertrag mit dem Alemannia Aachen-Fanshop des Vereins VIA Integration zum Jahresende gekündigt. Und auch die Künstler des Kulturwerks Aachen sind quasi auf dem Sprung und suchen mit Hochdruck nach einem neuen Standort. Die letzte Ausstellung – Titel: „Sternenstaub“ – ist noch bis zum 9. November zu erleben.

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